Auch in Deutschland fertigt Opel.

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Wien/Rüsselsheim – Opel beendet in seinem Werk in Wien-Aspern die Produktion von Motoren und führt nur die Getriebeproduktion fort, schreibt die "Presse" unter Berufung auf das Unternehmen. Dadurch werden 200 bis 270 Arbeitsplätze wegfallen – rund 600 Mitarbeiter bleiben demnach über.

Grund für das Ende der Motorenfertigung sei das Auslaufen eines Auftrags mit General Motors. Die Peugeot-Mutter PSA hatte Opel im Jahr 2017 von General Motors übernommen. Der Schritt soll Mitte des Jahres erfolgen. Das Asperner Werk wird laut dem Bericht weiterhin Sechsganggetriebe für die PSA-Group fertigen.

In den kommenden Jahren sollen bei der PSA-Tochter Opel in Deutschland bis zu 4.100 Jobs zusätzlich zu den bereits vor zwei Jahren vereinbarten 7.000 Stellen wegfallen, bestätigte ein Unternehmensinsider am Dienstag. Opel wollte die Mitarbeiter im Rahmen einer Betriebsversammlung informieren, bevor die Pläne öffentlich gemacht werden.

Branche in der Krise

Die gesamte Branche steckt wegen der schärferen CO2-Vorgaben im Umbruch und setzt auf den Bau von Elektroautos, für die weit weniger Personal benötigt wird als für Verbrennungsmotoren. Bei Opel kommt hinzu, dass die Konzernmutter PSA sich gerade mit Fiat Chrysler zusammenschließt.

Experten halten es für wahrscheinlich, dass der fusionierte Konzern in Europa Überkapazitäten abbauen wird. Branchenweit wird angesichts des Wechsels zur Elektromobilität in den kommenden Jahren mit dem Wegfall von zehntausenden Arbeitsplätzen gerechnet.

Sozialplan erarbeitet

Die Arbeiterbetriebsratsvorsitzende bei Opel Wien, Renate Blauensteiner, hat sich vom weiteren Stellenabbau beim Autobauer in der Bundeshauptstadt nicht überrascht gezeigt. Dass der General-Motors-Auftrag zur Motorenproduktion mit Jahresmitte auslaufe, komme nicht überraschend, sondern sei im Betrieb seit langem bekannt. Für die Betroffenen wurde ein Sozialplan mit Vorruhestand erarbeitet.

"Wir haben schon seit Jahren gewusst, dass der Motor ausläuft", sagte Blauensteiner. Man habe auch ein neues Produkt bekommen, aber man brauche ein zusätzliches Produkt für die Fertigung, das den Jobabbau der 270 Mitarbeiter abfedere. Derzeit schaue es leider nicht danach aus, aber "wir geben natürlich die Hoffnung nicht auf".

Grundsteine in den 1970er-Jahren gelegt

Die Geschichte des Opel-Werks in Wien begann am 23. August 1979, als der damalige Bundeskanzler Bruno Kreisky (SPÖ) und GM-Austria-Generaldirektor Helmuth Schimpf einen Vertrag für die Errichtung eines Motorenwerkes unterzeichneten. Laut der Firmenchronik von Opel Wien waren damals Investitionen von 9,8 Milliarden Schilling vorgesehen – umgerechnet wären das heute 710 Millionen Euro.

Bei der offiziellen Eröffnung am 15. Oktober 1982 standen bereits 1.600 Mitarbeiter an den Fließbändern. 1983 stieg die Jahresproduktion auf 230.000 Motoren und 250.000 Getriebe. 1995, am Höhepunkt der Produktion, arbeiteten in den Fabrikshallen in Wien-Aspern im Osten der Stadt an die 3.000 Menschen. (Reuters, APA, 14.1.2020)