VW hat einen Marktanteil von 16 Prozent.

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Wien – Knapp 330.000 Autos wurden im Vorjahr neu zugelassen, das sind mit 329.363 Pkws um 3,4 Prozent weniger. Rückläufig war allerdings nicht nur die Nachfrage nach Diesel-Kfz, sondern auch nach Benzinern. Die Zulassungen von Benzin-Pkws gingen um vier Prozent zurück, jene von Dieselfahrzeugen brachen um 9,8 Prozent ein, gab die Statistik Austria bekannt. Insgesamt wurden 2019 aber deutlich mehr Fahrzeuge abgesetzt als im Zwanzigjahresdurchschnitt, der bei 316.332 lag.

Fahrzeuge mit alternativen Antrieben boomen: Da wuchs der Bestand an Neuwagen um 56,8 Prozent. Sie machen allerdings nur acht Prozent der Gesamt-Neuzulassungen aus. In Summe wurden damit 26.346 alternative Neufahrzeuge verkauft. Ein Wendepunkt wird für das Jahr 2030 erwartet: Da werden laut einer Studie erstmals mehr Autos mit Elektroantrieben als mit Verbrennungsmotoren verkauft werden.

SUVs am beliebtesten

Beliebtester Fahrzeugtyp über alle Antriebsarten hinweg ist der SUV mit einem Anteil von einem Drittel, gefolgt von der Kompaktklasse mit knapp 25 Prozent. Platzhirsch blieb Volkswagen mit einem Marktanteil von 16 Prozent, was einem Rückgang gegenüber 2018 von 7,5 Prozent entspricht. Die Tageszulassungen gingen laut Statistik um ein Viertel zurück.

Die Autobranche zeigte sich im Vorfeld der am Donnerstag beginnenden Vienna Autoshow verunsichert angesichts der Verkehrspolitik der Grünen in der Bundesregierung. "Die bisherigen Wortmeldungen der Grünen lassen bei uns die Alarmglocken schrillen", sagte der Sprecher der Autoimporteure, Günther Kerle. Er befürchtet eine Erhöhung der Normverbrauchsabgabe und der Dieselbesteuerung – ohne Mehrwert für die Umwelt.

In Summe nicht teurer

Der ebenfalls anwesende ÖVP-Verkehrssprecher Andreas Ottenschläger betonte, dass noch nichts fix sei. "Es steht nirgends, dass der Diesel in der Sekunde teurer werden soll", so Ottenschläger. Für die Ökologisierung gebe es nur eine Vorgabe – es dürfe in Summe nicht zu einer Mehrbelastung kommen.

Kritik gab es an den hohen Anforderungen der Industrie an den Handel bezüglich Marketing und Ausstattung der Schau- und Verkaufsräume. Bei einer Umsatzrendite unter einem Prozent lasse sich kaum ein betriebswirtschaftlich gesundes Unternehmen darstellen, rechnete der Obmann des Fahrzeughandels, Klaus Edelsbrunner, vor. Hinzu kommen der Fachkräftemangel und die Verunsicherung der Kunden über die Zukunft der Verbrennungsmotoren.

Autokäufer eher älter, Schadstoffe werden mehr

Von den privaten Autokäufern waren fast zwei Drittel über 50 Jahre alt. Immerhin 16 Prozent der Neuwagen wurden von Personen über 70 Jahre gekauft. Fahrzeuge in den unteren PS-Klassen verkauften sich schlechter, bei den Autos über 171 PS gab es ein Plus von fast 14 Prozent.

Elektroautos werden mehr, sind aber noch eine Minderheit auf Österreichs Straßen.
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Einen Anstieg gab es auch beim durchschnittlichen Schadstoffausstoß, dieser stieg seit dem Niedrigstwert in den Jahren 2016 und 2017 von gut 120 auf 128 (Benzin) beziehungsweise 133 g/km (Diesel) an. Entsprechend zugenommen hat auch der Treibstoffverbrauch der Pkws, denn beides wird hochgerechnet.

Brummer boomen

Während der Pkw-Markt 2019 im Jahresvergleich um 3,4 Prozent zurückging, stagnierte der Verkauf von Lkws. Wobei die schweren Brummer um 7,9 Prozent zulegten, während leichte Lkws – als weitaus wichtigstes Segment – minimal nachgaben. Richtig gut lief es für Traktorverkäufer. Über 6.000 Stück wurden neu zugelassen, ein Plus von 11,1 Prozent.

Und auch bei den Zweirädern war die Nachfrage groß, hier gab es einen Zuwachs von 6,6 Prozent auf 40.660 Bikes – nach einem schwachen Jahr 2018.

Minus bei Gebrauchtwagen

Stagniert haben die Gebrauchtwagenzulassungen. Während der Neu-Kfz-Markt um 1,8 Prozent auf 436.260 Fahrzeuge verlor, gab es bei Gebrauchten Kfz ein Minus von 0,1 Prozent auf 1.067.994 Fahrzeuge.

Mit Jahresende 2019 waren rund sieben Millionen Kraftfahrzeuge in Österreich zugelassen (plus 1,5 Prozent gegenüber 2018). 5,04 Millionen Fahrzeuge davon waren Pkws (plus 1,2 Prozent), dazu kamen circa 520.000 Lkws und rund 470.000 Traktoren sowie gut 800.000 Zweiräder. (red, APA, 15.1.2020)