Greenpeace-Protest im Amsterdamer Flughafengebäude.

Foto: REUTERS/Piroschka van de Wouw

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Die vom "Guardian" veröffentlichte Schulungsunterlage.

Die britische Polizei hat eine Liste erstellt und in Umlauf gebracht, die Spitals- und Lehrpersonal sensibilisieren soll – und zwar dafür, dass von ihren Klienten Terrorgefahr ausgehen könnte. Im Dokument finden sich neben Hakenkreuzen, Odin-Runen, Schwarzen Sonnen und Symbolen verbotener rechtsextremer Gruppen wie "Combat 18" und "National Front" auch die Logos der Umweltschutzorganisationen Greenpeace und Sea Shepherd sowie der Tierschützergruppen Peta und Stop the Badger Cull.

Ein Polizeisprecher betonte gegenüber dem "Guardian", dass nicht alle in der im Juni 2019 veröffentlichten Schulungsunterlage genannten Gruppen gemeldet werden sollten. Man habe lediglich das Bewusstsein der Lehrgangsteilnehmer schärfen wollen, indem man ihnen Symbole zeigte, die ihnen bei der Arbeit auffallen könnten.

"Gesetzestreue Heiden"

Außerdem betont die Polizei, dass auf dem Dokument ausdrücklich erklärt wird, dass nicht alle aufgezählten Symbole für die Anti-Terror-Ermittler interessant seien und gemeldet werden müssten. Schließlich würden auch viele "gesetzestreue Heiden" Zeichen aus der nordischen Mythenwelt tragen.

Dieser Hinweis steht allerdings nur auf der zweiten Seite des Dokuments, neben dem Thor-Hammer und der Lebensbaum-Rune. Auf den Folgeseiten, wo Anti-Atomkraft-Symbole und das Logo des Hamburger Fußballvereins St. Pauli gezeigt werden, fehlt eine solche Relativierung. (red, 17.1.2020)