Dominic Thiem glaubt nicht, dass Nicolas Jarry und Robert Farah absichtlich gedopt haben.

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Melbourne – Zwei aktuelle Dopingfälle im Tennis sorgen im Vorfeld der Australian Open für Aufregung. Beim ATP-78. Nicolas Jarry (CHI) wurden die verbotenen Substanzen Ligandrol und Stanozolol nachgewiesen. Und bei der Nummer 1 der Doppel-Weltrangliste, Robert Farah aus Kolumbien, enthielt eine Probe das anabole Steroid Boldenon. Österreichs Star Dominic Thiem glaubt nicht an absichtliche Vergehen.

Schon vor einigen Wochen hatte sich Thiem im Vorfeld der ATP Finals zu Doping geäußert und gemeint, er würde für alle Topspieler die Hand ins Feuer legen. Ob er seine Meinung nun geändert hat? "Ich denke über meine Aussagen haargenau so wie vorher. Was ich über Jarry gehört habe, ist, dass er in Paris-Bercy einen sauberen Test abgegeben hat. Dann hat ihm seine Mutter Multivitaminpräparate nach Madrid mitgenommen. Die hat er dann dort genommen. Er ist dann dort positiv getestet worden", ist Thiem gut informiert.

"Einfach lächerlich"

Immerhin ist Jarry Team-Mitglied seines Trainers Nicolas Massu im chilenischen Davis-Cup-Team. "Für mich ist die ganze Geschichte einfach lächerlich. Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass bei ihm keine Absicht dahintersteckt. Erstens einmal hat er, glaube ich, 13 Erstrunden-Niederlagen in Folge oder so eingesteckt, zweitens ist er kein Spielertyp, dem Doping irgendwie helfen würde. Ich weiß nicht, wann der die letzte Rallye über fünf Schläge gespielt hat. Sicher ist es ein positiver Test, aber ich glaube nicht, dass da eine Absicht dahinter war."

Thiem gibt auch zu bedenken, wie schwierig es ist, sich nicht kontaminierte Waren im Ausland zu besorgen. Dies gilt natürlich nicht nur für Tennisspieler, sondern für alle Sportler, sei hier erwähnt. "Für mich ist das Ganze eine absolute Farce, wie sehr wir aufpassen müssen. Wenn wir einmal irgendein Elektrolytgetränk zu Hause vergessen – wir können ja nichts einkaufen. Wir können nicht einmal in einem biologischen Geschäft in Amerika was einkaufen, ohne dass wir uns Sorgen machen müssen, dass da irgendwas verunreinigt ist."

"100 Prozent keine Absicht"

Und der Weltranglisten-Fünfte spricht Jarry und Farah sozusagen frei von Absicht. "Jarry und Farah sind zwei Typen, bei denen man es sich einfach nicht vorstellen kann und wo für mich auch 100 Prozent keine Absicht dahintersteckt. Das ist teilweise lächerlich, was da mit uns abgezogen wird. Das ist einfach ein Fehler in dem ganzen System." (APA, 18.1.2020)