Noel präsentierte sich am Sonntag sehr stark.

Foto: REUTERS/Leonhard Foeger

Das Podest.

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Kristoffersen im Rennen wieder einmal nur Zweiter, im Gesamtweltcup nun allerdings 78 Punkte vor Pinturault.

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Wengen – Tadellose Vorstellung von Clement Noel zum Abschluss der Lauberhornrennen. Der Franzose verteidigte seine Halbzeitführung souverän und entschied wie im vergangenen Jahr den Slalom in Wengen für sich und machte seinen zweiten Saisonsieg nach Zagreb und gesamt fünften Weltcuperfolg perfekt. Der 22-Jährige gewann in 1:46,43 Minuten vier Zehntel vor dem Norweger Henrik Kristoffersen und 0,83 Sekunden vor dem Russen Alexander Choroschilow, der von Platz neun nach vorne stürmte. Der Halbzeitdritte Marco Schwarz (0,91) fiel hingegen auf Platz sieben zurück, verpasste das Podest aber nur um acht Hundertstel.

Der Franzose Alexis Pinturault, Ex-aequo-Vierter nach dem ersten Lauf, fädelte im Finale ein und musste die Weltcupführung an Kristoffersen abgeben, der nun mit 691 Punkten 78 Zähler vor dem Franzosen rangiert. In der Slalomwertung liegt der Norweger mit 402 Zählern 62 Punkte vor Noel und 67 vor Daniel Yule an der Spitze.

Der Schweizer, der zuletzt die Torläufe in Madonna di Campiglio und Adelboden gewonnen hatte, schaffte im Finale einen großen Sprung von Platz zwölf nach vorne und wurde ex aequo mit Ramon Zenhäusern Fünfter.

Laufbestzeit für Gstrein im Finale

Fabio Gstrein, Siebenter beim Slalom in Adelboden, verbesserte sich mit Laufbestzeit im Finale von Platz 26 auf zwölf und war damit zweitbester Österreicher. Manuel Feller fiel von Rang 15 auf 20 zurück. Marc Digruber, der sich als 30. gerade noch für die Entscheidung qualifizieren konnte, belegte am Ende den 19. Rang.

"Es ist immer schwierig, den Druck zu managen. Ich bin glücklich, es geschafft zu haben", sagte Noel, der in Adelboden als Zweiter nach Durchgang eins in der Entscheidung gescheitert war und im Vorjahr nach Wengen auch den Slalom in Kitzbühel (vor Marcel Hirscher) gewonnen hatte.

Hadern im ÖSV-Lager

"Brutal ärgerlich! Das ist sehr, sehr knapp", kommentierte Schwarz das Verpassen des Podests. Noel sei aber "außer Reichweite" gewesen. Feller beklagte wegen der Trainingspause nach dem Bandscheibenvorfall physische Defizite. "Beim Training merke ich, dass es von Tag zu Tag schlechter wird, aber ich brauche halt auch die Fahrten und die Schwünge. Es ist schwer, wenn man weiß, man hat eh schon Trainingsrückstand und sollte trainieren, und kann oder darf dann eigentlich nicht. Das macht es nicht einfacher", sagte Feller.

Während Matthias Graf das Finale als 38. verpasste, fielen Michael Matt, Johannes Strolz und Adrian Pertl im ersten Durchgang aus. Im System von Matt ist scheinbar weiter der Wurm drin, er schied nach wenigen Toren aus. In Madonna hatte der 26-Jährige als 33. die Entscheidung verpasst und war in Adelboden nicht über Rang 24 hinausgekommen. "Für irgendwas wird es schon gut sein, vielleicht weiß ich das dann in zehn Jahren. So wie heute hat es mir noch nie die Skier überkreuzt", sagte ein ratloser Matt im ORF.

Für die Ski-Herren steht nun als nächstes Kitzbühel an, wo ein Super-G (Freitag), die klassische Abfahrt auf der Streif (Samstag) und ein Slalom am Ganslernhang (Sonntag) am Programm stehen. (Thomas Hirner, APA, 19.1.2020)

Ski-Weltcup-Slalom der Herren am Sonntag in Wengen:

Endstand:

1. Clement Noel (FRA) 1:46,43 Min.
2. Henrik Kristoffersen (NOR) +00,40
3. Alexander Choroschilow (RUS) +00,83
4. Sebastian Foss-Solevaag (NOR) +00,85
5. Daniel Yule (SUI) +00,90
. Ramon Zenhäusern (SUI) +00,90
7. Marco Schwarz (AUT) +00,91
8. Tanguy Nef (SUI) +01,05
9. Jean-Baptiste Grange (FRA) +01,23
10. Loic Meillard (SUI) +01,32
11. Giuliano Razzoli (ITA) +01,42
12. Fabio Gstrein (AUT) +01,44
13. Jonathan Nordbotten (NOR) +01,51
14. Victor Muffat-Jeandet (FRA) +01,53
15. Leif Kristian Nestvold-Haugen (NOR) +01,63
16. David Ryding (GBR) +01,70
17. Linus Straßer (GER) +01,72
18. Filip Zubcic (CRO) +01,75
19. Marc Digruber (AUT) +01,96
20. Manuel Feller (AUT) +01,97

21. Jung Dong-hyun (KOR) +02,09
22. Anton Tremmel (GER) +02,21
23. Simon Maurberger (ITA) +02,37
24. Reto Schmidiger (SUI) +02,58
25. Sandro Simonet (SUI) +02,67
26. Stefan Hadalin (SLO) +03,13

Die Schnellsten im 2. Durchgang:

1. Fabio Gstrein (AUT) 54,87 Sek.
2. Jean-Baptiste Grange (FRA) +0,05
3. Leif Kristian Nestvold-Haugen (NOR) +0,15
4. Alexander Choroschilow (RUS) +0,24
5. Daniel Yule (SUI) +0,26
6. Marc Digruber (AUT) +0,43
7. Sebastian Foss-Solevaag (NOR) +0,51
8. Jung Dong-hyun (KOR) +0,57
. Henrik Kristoffersen (NOR) +0,57
10. Linus Straßer (GER) +0,59
. Jonathan Nordbotten (NOR) +0,59
12. Filip Zubcic (CRO) +0,64
13. Tanguy Nef (SUI) +0,68
14. Ramon Zenhäusern (SUI) +0,75
15. Giuliano Razzoli (ITA) +0,79
Weiter:
21. Marco Schwarz (AUT) +1,02
22. Manuel Feller (AUT) +1,14

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Alexis Pinturault (FRA), Alex Vinatzer (ITA), Albert Popow (BUL), Trevor Philp (CAN)

1. Durchgang:

1. Clement Noel (FRA) 50,72
2. Henrik Kristoffersen (NOR) +0,67
3. Marco Schwarz (AUT) +0,73
4. Ramon Zenhäusern (SUI) +0,99
. Alexis Pinturault (FRA) +0,99
6. Loic Meillard (SUI) +1,18
. Sebastian Foss-Solevaag (NOR) +1,18
8. Tanguy Nef (SUI) +1,21
9. Alexander Choroschilow (RUS) +1,43
10. Victor Muffat-Jeandet (FRA) +1,46
11. Giuliano Razzoli (ITA) +1,47
12. Daniel Yule (SUI) +1,48
13. Stefan Hadalin (SLO) +1,57
14. Simon Maurberger (ITA) +1,58
15. Manuel Feller (AUT) +1,67
Weiter:
26. Fabio Gstrein (AUT) +2,28
30. Marc Digruber (AUT) +2,37
37. Mathias Graf (AUT) +2,59

Ausgeschieden im 1. Durchgang:
Michael Matt (AUT), Johannes Strolz (AUT), Adrian Pertl (AUT), Andre Myhrer (SWE), Zan Kranjec (SLO), Luca Aerni (SUI)

Slalom Herren (6):

1. Henrik Kristoffersen (NOR) 402
2. Clement Noel (FRA) 340
3. Daniel Yule (SUI) 335
4. Ramon Zenhäusern (SUI) 225
5. Alexis Pinturault (FRA) 206
6. Sebastian Foss-Solevaag (NOR) 202
7. Andre Myhrer (SWE) 197
8. Marco Schwarz (AUT) 162
9. Linus Straßer (GER) 131
10. Alexander Choroschilow (RUS) 118

Gesamtwertung nach 21 Rennen:

1. Henrik Kristoffersen (NOR) 691
2. Alexis Pinturault (FRA) 613
3. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) 591
4. Dominik Paris (ITA) 556
5. Matthias Mayer (AUT) 512
6. Beat Feuz (SUI) 461
7. Vincent Kriechmayr (AUT) 418
8. Clement Noel (FRA) 340
9. Daniel Yule (SUI) 335
10. Victor Muffat-Jeandet (FRA) 316

Mannschaft Herren (21):

1. Schweiz 2865
2. Norwegen 2545
3. Frankreich 2502
4. Österreich 2150
5. Italien 1380
6. USA 928
7. Deutschland 837
8. Slowenien 530
9. Schweden 446
10. Kroatien 260