Elisa Mörzinger auf dem Weg ins Finale. Sie schaltete Federica Brignone aus.

Foto: AP/ Marco Trovati

Erster Weltcupsieg für Clara Direz.

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Elisa Mörzinger, Clara Direz und Marta Bassino (v. li.).

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Sestriere – Der Parallelriesentorlauf in Sestriere hat eine große Überraschung gebracht. ÖSV-Läuferin Elisa Mörzinger verpasste in ihrem erst fünften Weltcuprennen den Sieg zwar knapp, schaffte mit Rang zwei aber ihre erste Podestplatzierung. Den Sieg holte sich die Französin Clara Direz. Das italienische Duell um Platz drei entschied Marta Bassino gegen Federica Brignone für sich.

Duell gegen Brignone gewonnen

Mörzinger setzte sich als einzige von vier ÖSV-Läuferinnen im Sechzehntelfinale durch. Die 22-Jährige profitierte allerdings vom Ausfall der Kanadierin Erin Mielzynski. Im Achtelfinale gewann sie gegen Sara Hector (+0,13), im Viertelfinale schaltete sie die Italienerin Sofia Goggia (+0,14) aus, im Halbfinale schlug sie mit Brignone die aktuelle Nummer eins im Riesenslalom um sieben Hundertstel. Im Finale musste sie sich – bei ihrem ersten Einsatz auf dem offensichtlich langsameren roten Kurs – schließlich Direz geschlagen geben.

FIS Alpine

Die 22-jährige Oberösterreicherin aus Altenfelden im Mühlviertel hatte am Samstag als 32. knapp die Qualifikation für die Riesentorlauf-Entscheidung verpasst, beim RTL in Lienz war sie im ersten Lauf ausgefallen, in Courchevel konnte sie sich als 43. ebenso nicht für das Finale qualifizieren, wie beim Saisonstart in Sölden (54.), wo sie ihr Debüt im Weltcup gab. Im Dezember hatte sie den Europacup-Riesentorlauf in Andalo/Italien gewonnen.

"Es ist mega, mir fehlen die Worte, es ist voll emotional", sagte Stams-Absolventin Mörzinger im ORF. "Danke an alle, die mich bis hier hin und hoffentlich auch weiter auf meinem Weg begleiten."

Shiffrin und Vlhova ohne Auftrag

Überraschend früh gescheitert sind die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin (9.) und die Slowakin Petra Vlhova (18.). Shiffrin setzte sich zunächst locker gegen die Tschechin Martina Dubovska durch, scheiterte aber im Achtelfinale an Direz, die sich im Sechzehntelfinale gegen Katharina Truppe durchgesetzt hatte. Truppe stürzte im zweiten Lauf des Duells.

Auch für Vlhova und Alice Robinson war schon im Sechzehntelfinale Endstation. Die vierfache Saisonsiegerin unterlag gegen die Schweizerin Aline Danioth. Die Neuseeländerin musste sich der Italienerin Laura Pirovano geschlagen geben. Die Schweizerin Wendy Holdener (10.) unterlag im Achtelfinale Goggia. Shiffrin kritisierte hernach die Kurssetzung, die Läuferinnen auf dem blauen Kurs bevorteilte. "Der blaue Kurs war immer schneller. Auf dem roten muss man viel präziser fahren und alles riskieren", sagte sie.

Frühes Aus für ÖSV-Läuferinnen

Für die weiteren ÖSV-Läuferinnen verlief der Sonntag eher enttäuschend. Gleich drei mussten sich bereits im Sechzehntelfinale verabschieden. Katharina Huber unterlag um 0,28 Sekunden der US-Amerikanerin Nina O'Brien, Katharina Liensberger musste sich um nur acht Hundertstel der Norwegerin Thea Louise Stjernesund geschlagen geben. Franziska Gritsch, die beim Parallelbewerb in St. Moritz Dritte geworden war, verpasste die Qualifikation für das Finale der besten 32 ebenso wie Eva-Maria Brem.

Während nun auf die Technikerinnen bis zu den Rennen in Marburg Mitte Februar eine längere Pause ansteht, geht es für die Speed-Spezialistinnen nächstes Wochenende in Bansko/Bulgarien mit Abfahrt und Super-G weiter. (Thomas Hirner, 19.1.2020)

Parallel (2):

1. Petra Vlhova (SVK) 113
2. Clara Direz (FRA) 100
3. Federica Brignone (ITA) 90
4. Elisa Mörzinger (AUT) 80
. Anna Swenn-Larsson (SWE) 80
6. Marta Bassino (ITA) 78
7. Kristin Lysdahl (NOR) 66
8. Franziska Gritsch (AUT) 60
9. Meta Hrovat (SLO) 58
10. Sofia Goggia (ITA) 55

Gesamtwertung nach 18 Rennen:

1. Mikaela Shiffrin (USA) 975
2. Petra Vlhova (SVK) 726
3. Federica Brignone (ITA) 715
4. Wendy Holdener (SUI) 493
5. Marta Bassino (ITA) 415
6. Michelle Gisin (SUI) 405
7. Viktoria Rebensburg (GER) 378
8. Sofia Goggia (ITA) 349
9. Katharina Liensberger (AUT) 332
10. Corinne Suter (SUI) 325

Mannschaft Damen (18):

1. Österreich 2226
2. Italien 2174
3. Schweiz 1788
4. USA 1172
5. Norwegen 1059
6. Deutschland 944
7. Schweden 819
8. Slowakei 726
9. Frankreich 624
10. Slowenien 446

Nationencup (39):

1. Schweiz 4653
2. Österreich 4376
3. Norwegen 3604
4. Italien 3554
5. Frankreich 3126
6. USA 2100
7. Deutschland 1781
8. Schweden 1265
9. Slowenien 976
10. Slowakei 730