Diktator Bashar al-Assad will den Verfall des syrischen Pfund mit der Brechstange stoppen.

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Damaskus – Die syrische Regierung hat die Strafen für die Verwendung ausländischer Währungen am Samstag drastisch verschärft: Bei der Nutzung "von ausländischen Devisen oder Edelmetallen" in Finanztransaktionen droht künftig eine Strafe von "mindestens sieben Jahren Zwangsarbeit" plus einer Geldstrafe. Das geht aus einem Dekret von Präsident Bashar al-Assad hervor.

Ein Dekret aus dem Jahr 2013 sah bisher eine Haftstrafe zwischen sechs Monaten und drei Jahren vor. Die schärferen Strafen sind eine Reaktion auf die starke Abwertung der Landeswährung in den vergangenen Wochen. Auf dem Schwarzmarkt hat das syrische Pfund einen historischen Tiefstand erreicht, kürzlich mussten für einen Dollar mehr als 1.200 Pfund gezahlt werden – fast dreimal so viel wie der offizielle Wechselkurs auf der Website der syrischen Notenbank mit 434 Pfund für einen Dollar. Vor dem Beginn des syrischen Bürgerkrieges 2011 lag der Wechselkurs zum Dollar bei 48 Pfund.

Wegen westlicher Sanktionen ist Syrien im Handels- und Importbereich immer abhängiger vom Nachbarland Libanon und seinem Bankensystem geworden. Angesichts der verschärften Wirtschaftskrise und Massenproteste im Libanon haben die dortigen Banken die Ausgabe von Dollars jedoch stark beschränkt. (AFP, 19.1.2020)