Steckt Russland hinter Hackerangriffen auf das Außenministerium?

Foto: AP/Mikhail Klimentyev

Was können russische Cyber-Hacker schon vom österreichischen Außenministerium wollen? Seit Wochen steht das Außenamt unter massiven Angriffen, die laut den sparsamen Äußerungen des Außenamts als von "ausländischer staatlicher Stelle" kommend qualifiziert werden.

Der Aufdeckungsjournalist Erich Moechel hat nun auf FM4 neue Erkenntnisse verbreitet: Es handelt sich offenbar um die regierungsnahe russische Gruppe "Turla" alias "Venomous Bear" (Giftiger Bär), die mit einer Schadsoftware arbeitet, die nur der Spionage dient. Turla hatte vor einigen Jahren schon massiv den Deutschen Bundestag und sicherheitsrelevante Ressorts angegriffen. Danach mussten tausende PCs getauscht werden.

Was will Russland?

Aber was ist für die Russen so wichtig, dass sie gerade zum Regierungswechsel das Außenamt absaugen wollen? Wie Alexander Schallenberg zu Putin steht? Eher reservierter als Karin Kneissl, die mit dem ewigen russischen Herrscher auf ihrer Hochzeit eine kesse Sohle aufs Parkett legte. Aber das ist kein Geheimnis. Ob Österreich von den EU-Sanktionen gegen Russland (wegen der Ostukraine) signifikant abweichen will? Ob wir uns von Trump wegen unserer Beteiligung an der Gaspipeline Nord Stream II einschüchtern lassen? Oder besteht das Interesse nicht an uns, sondern an Nachrichten aus der EU oder sonst wo, die an uns gerichtet sind?

Irgendwer in Moskau nimmt uns anscheinend recht ernst. (20.1.2020)