Hillary Clinton hat zwar mehr Stimmen als Donald Trump bekommen. Präsident wurde aufgrund des US-Wahlsystems trotzdem der Republikaner.

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Washington – In einer neuen Doku-Serie des Streamingdiensts Hulu teilt die ehemalige demokratische US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton gegen Bernie Sanders aus. Im März soll die Dokumentation ausgestrahlt werden. Darin spricht die ehemalige Außenministerin über ihre Niederlage gegen Donald Trump.

Ihr Rivale im Vorwahlkampf sei ein erfolgloser einzelgängerischer Senator gewesen, der wenig erreicht habe, weil niemand ihn mag. "Er war über Jahre im Kongress, nur ein Senator hat ihn unterstützt. Niemand mag ihn, niemand will mit ihm arbeiten, er hat nichts erreicht. Er war ein Karrierepolitiker", wundert sich Clinton, dass der 78-Jährige Senator aus Vermont so viele Menschen anziehen konnte.

Kultur von Anfeindung

Dass Sanders jüngst angezweifelt haben soll, dass die Amerikaner eine Frau an die Spitze der USA wählen würden, überrascht Clinton demnach nicht. Im Disput zwischen Sanders und der Präsidentschaftsbewerberin Elizabeth Warren wiederhole sich ein bestimmtes Muster, wie Sanders weibliche Widersacher attackiere.

Clinton erklärte sich zunächst nicht dazu bereit, Sanders zu unterstützen, sollte dieser für die Demokraten ins Präsidentschaftsrennen gegen Trump gehen. Seine Kampagne sei durch eine Kultur der Anfeindung und des Angriffs geprägt. Allerdings sei nicht Sanders alleine daran schuld, seine prominenten Unterstützer würden das gezielt fördern.

Allerdings ruderte sie auf Twitter zurück: Wer auch immer gegen Trump antrete, könne auf ihre Unterstützung zählen.

Als neuen Präsidenten wünscht sich Clinton jemanden, der die Menschen zusammenbringt – und nicht jemanden, der "die Beleidigungen, die Angriffe und das herablassende Verhalten des gegenwärtigen Präsidenten belohnt". (Reuters, 22.1.2020)