Luigi Di Maio hat seine Partei zunächst in eine Koalition mit der Lega und danach in eine mit den Sozialdemokraten geführt.

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Rom – Der Chef von Italiens Regierungspartei Fünf Sterne, Luigi Di Maio, hat den Ministern seiner Gruppierung bei einem Treffen am Mittwoch in Rom seine Rücktrittsabsicht bekanntgegeben. Die offizielle Ankündigung soll am Mittwochnachmittag (17 Uhr) bei einer Pressekonferenz in Rom erfolgen, berichteten italienische Medien.

Di Maio kündigte auf seiner Facebook-Seite an, dass er am Mittwochnachmittag den Parteianhängern "Wichtiges" mitteilen wolle. "Ich werde mich live einschalten, weil ich mit euch Wichtiges besprechen will", so der 33-jährige Parteichef und Außenminister.

Ältester Abgeordneter soll übernehmen

Informierten Quellen zufolge wird der Ex-Staatssekretär Vito Crimi als ältester Abgeordneter den Vorsitz der Fünf-Sterne-Bewegung übernehmen – und zwar bis einem im März geplanten Parteitag, bei dem sich die Regierungskraft eine neue Struktur geben wird.

Di Maio, seit 2017 Parteivorsitzender der populistischen Bewegung, ist parteiintern wegen eines starken Parlamentarierschwunds unter Druck geraten. Mehrere Parlamentarier und Ex-Bildungsminister Lorenzo Fioramonti, hatten zuletzt die Gruppierung verlassen. Erwartet wird, dass Di Maio als Außenminister weiterhin im Amt bleibt.

Weiterer Rückschlag bei Regionalwahlen erwartet

Die Regierungspartei ist derzeit mit den Regionalwahlen in den Regionen Emilia-Romagna und Kalabrien am Sonntag beschäftigt, bei denen sie voraussichtlich nicht gut abschneiden wird. Im März ist ein Parteitag geplant, bei dem sich die Fünf-Sterne-Bewegung Ziele für die nächsten zehn Jahre setzen will.

Die Bewegung müsse sich Zeit geben nachzudenken, wie sie intern besser strukturiert werden könne und wie das neue Parteiprogramm aussehen soll. Das sei angesichts der zuletzt negativen Wahlergebnisse dringend notwendig, sagte der Di Maio zuletzt. Er führt die Bewegung seit Ende 2017.

Bei der EU-Wahl im Mai 2019 hatte die vor zehn Jahren von dem Starkomiker Beppe Grillo gegründete Ex-Protestbewegung ihre Stimmen gegenüber der Parlamentswahl auf 17 Prozent halbiert. Bei der Wahl in Umbrien Ende Oktober kam ein weiterer schwerer Schlag für die Partei, die seit Juni 2018 mitregiert. Sie kam dabei auf lediglich sieben Prozent. Das liegt weit unter den 22 Prozent der mitregierenden Sozialdemokraten. Daher geriet Di Maio zunehmend unter Druck. (APA, 22.1.2020)