Der Elektro-SUV Mercedes EQC wurde zwar mit Pomp und Trara am Frankfurter Autosalon beworben, aber Daimler fehlt es am Herzstück, den Batterien.

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Frankfurt/München – Schlechte Nachrichten ohne Ende: Nach der Gewinnwarnung kämpft Daimler beim Elektro-SUV EQS mit den selbstgesteckten Auslieferungszielen. Nachschubprobleme zwingen Daimler zur Halbierung seines Absatzziels für den Elekro-SUV Mercedes-Benz EQC im laufenden Jahr, berichtete das "Manager Magazin" unter Berufung auf Insider. Weil Daimler nicht genug Batterien produzieren könne und der Hersteller LG Chem nicht genug Zellen liefere, habe Daimler-Chef Ola Källenius das Ziel von ursprünglich 50.000 bis 60.000 auf gut 30.000 Fahrzeuge gekürzt. Im vergangenen Jahr habe Daimler laut dem Bericht 25.000 Autos vom Typ EQC verkaufen wollen, aber nur 7000 gebaut.

Daimler erklärte lediglich, Mercedes-Benz könne die Nachfrage nach dem EQC derzeit nicht bedienen. Der Konzern arbeite kontinuierlich an einer weiteren Steigerung der Auslieferungszahl, teilte eine Sprecherin mit.

Akku-Nachschub fehlt

Mit dem Nachschub an Batteriezellen kämpfen mehrere Hersteller, während ihnen die EU-Kommission mit Vorgaben zur Verringerung der CO2-Emissionen im Nacken sitzt. Wenn die Autobauer beim Flottenverbrauch die Grenze von durchschnittlich 95 Gramm CO2 je gefahrenem Kilometer reißen, müssen sie im darauffolgenden Jahr hohe Bußgelder zahlen. Jedes verkaufte Elektroauto hilft den Herstellern, den Durchschnittswert der Neuwagenflotte zu senken. Hinzu kommen die Absatzprobleme bei Dieselfahrzeugen seit Bekanntwerden der Abgasmanipulationen. Auch sie halten den Flottenverbrauch in der Höhe.

Berechnungen des Beratungsunternehmens PA Consulting zufolge kam Daimler im Jahr 2018 auf 130,4 Gramm und muss den Wert bis 2021 auf 103,1 Gramm senken. Anderenfalls droht dem Konzern diesen Berechnungen zufolge ein Bußgeld von 997 Millionen Euro. Für 2019 liegen noch keine entsprechenden Zahlen zum CO2-Ausstoß vor. (Reuters, red, 23.1.2020)