Bolsonaro als Präsidentschaftskandidat mit Soldaten.

Foto: AP/Eraldo Peres

Brasília – Brasiliens rechter Präsident Jair Bolsonaro hat mit abfälligen Äußerungen über die Ureinwohner im Amazonasgebiet wieder einmal für einen Eklat gesorgt. "Mit Sicherheit haben sich die Indigenen verändert und weiterentwickelt. Sie sind immer mehr menschliche Wesen wie wir", sagte der Ex-Militär in der Nacht auf Freitag in seinem wöchentlichen Facebook–Video.

Klage angekündigt

Vertreter der indigenen Gruppen in Brasilien kritisierten die Äußerungen des Staatschefs als rassistisch. "Wir indigenen Völker, die von dieser Erde stammen, verlangen Respekt. Bolsonaro verletzt erneut die Verfassung, indem er unsere Existenz als menschliche Wesen leugnet", schrieb Sônia Guajajara vom indigenen Dachverband Abip auf Twitter. Die Organisation werde rechtliche Schritte gegen den Präsidenten einleiten. Das Satireblatt "Sensacionalista" titelte "Indios wollen keine Menschen wie Bolsonaro werden".

Bolsonaro sorgt mit seinen Äußerungen häufig für Empörung. In seiner Zeit als Abgeordneter sprach er immer wieder abfällig über Homosexuelle, Frauen und Schwarze. Auch aus seiner Sympathie für die Militärdiktatur in Brasilien macht er keinen Hehl.

Im Jahr 1998 äußerte er Lob für die US-Kavallerie, die im Gegensatz zur brasilianischen die indigenen Völker "in der Vergangenheit und heute effizient dezimiert" habe. (red, APA, dpa, 24.1.2020)