Melbourne – Dominic Thiem bezwang am Samstag in der dritten Runde der mit 44,01 Millionen Euro dotierten Australian Open Taylor Fritz in vier Sätzen. Der als Nummer 5 gesetzte Österreicher setzte sich gegen den als Nummer 29 gesetzten US-Amerikaner in vier Sätzen mit 6:2, 6:4, 6:7 (5) und 6:4 durch.

Interview nach dem Match.
Australian Open TV

Gegner im Achtelfinale von Melbourne ist am Montag der Franzose Gael Monfils, der gegen den Letten Ernests Gulbis 7:6, 6:4, 6:3 gewann. Im Head-2-Head steht es 5:0 für Thiem.

Zusammenarbeit mit Muster beendet

Die erst dieses Jahr begonnene Zusammenarbeit von Thiem mit Thomas Muster ist indes schon wieder beendet. Der ehemalige Weltranglisten-Erste aus der Steiermark saß am Freitag nicht mehr in der Betreuerbox Thiems neben Hauptcoach Nicolas Massu.

"Wir haben, bevor das alles begonnen hat, gesagt, wir probieren's und wenn es nicht passt, dann wird das wieder beendet. Und so war es dann auch", meinte Thiem bei seiner Pressekonferenz nach seinem Aufstieg ins Achtelfinale der Australian Open.

Erst Anfang Jänner war bekanntgegeben worden, dass der French-Open-Sieger 1995 und der aktuelle Weltranglisten-Fünfte dieses Jahr für 20 Wochen kooperieren werden. Hauptcoach blieb davon unbehelligt der Chilene Nicolas Massu.

Muster in der Box – das wird es nicht mehr geben.
Foto: APA/AFP/DAVID GRAY

"Sind komplett im Guten auseinandergegangen"

Dabei hatte Thiem im Vorfeld des ersten Grand-Slam-Turniers und mit den Erfahrungen vom ATP Cup, wo Muster als Kapitän für Österreich mit sehr energischer Weise die ÖTV-Equipe gecoacht hatte, noch die guten Inputs Musters gelobt.

"Es ist natürlich schon noch einmal eine andere Situation, wenn das Turnier losgeht, vor allem so ein wichtiges. Und dann habe ich einfach gemerkt, dass das nicht das Richtige für mich ist", erklärte Thiem. "Aber wir haben uns unterhalten und sind komplett im Guten auseinandergegangen. Ich bin froh, dass wir es probiert haben, und von dem her, alles gut."

Gerade bei den ganz großen Turnieren, so Thiem, sei der Druck, den er sich auch selber mache, sehr groß. "Es ist natürlich nicht leicht, weil sehr verschiedene Charaktere aufeinandertreffen, von dem her habe ich dann gesagt, dass es besser ist, wenn ich so weitermache wie letztes Jahr."

Wieder ein "toughes Match"

Über das neuerliche Erreichen der zweiten Turnierwoche bei einem Major herrschte jedenfalls Freude. "Ich bin wirklich glücklich darüber", meinte Thiem noch auf dem Court. Bei ServusTV erklärte Thiem, dass es wieder ein "toughes Match gegen Fritz wie auch zweimal bei den US Open und auch beim Laver Cup" war.

Dominic Thiem ist durch.
Foto: Reuters/McKay

Die 2:0-Satzführung habe vom Ergebnis her aber "ein bisserl getäuscht". "Der erste Satz war komplett verdient von mir, aber im zweiten Satz habe ich dann sechs Breakbälle abgewehrt und ich bin ihm dauernd von der Schippe gesprungen. Es war ein bisserl klarer als es sein hätte sollen."

Thiem startete stark in das Duell mit dem US-Amerikaner. Mit Breaks zum 3:2 und 5:2 besiegelte er den ersten Satz in nur 35 Minuten. Im zweiten Durchgang nahm Thiem seinem Gegner das Service zum 2:1 ab, nach 83 Minuten gelang die 2:0-Führung zum 6:4.

Enge Kiste im dritten Satz

Der dritte Durchgang verlief sehr ausgeglichen, diesmal ging es ohne einzige Breakchance auf beiden Seiten ins Tiebreak. In diesem leitete ein Rahmentreffer Thiems ins Out zum 1:2 den Satzverlust des Lichtenwörthers ein. Fritz ging rasch mit 4:1 in Führung und hatte bei 6:2 gleich vier Satzbälle. Drei davon konnte Thiem noch abwehren, den vierten verwertete der 22-jährige Weltranglisten-34. aber.

Im vierten Satz nutzte nutzte Thiem dann seine erste Breakchance zum 4:2. Es war noch nicht die erhoffte Vorentscheidung, Thiem musste unmittelbar danach selbst erstmals seinen Aufschlag abgeben.

Rafael Nadal traf ein Ballmädchen – zuerst mit der Vorhand und dann persönlich.

"Das sollte auf keinen Fall passieren", ärgerte er sich Thiem nach dem Match. Beim Stand von 5:4 gelang Thiem laut eigenen Aussagen dann aber sein bestes Game. Er nahm Fritz das Service zum 6:4, es war sein dritter Sieg über den US-Amerikaner im vierten Aufeinandertreffen.

Möglicher Viertelfinalgegner: Rafael Nadal

Sollte Thiem auch Monfils überstehen, ist der Weltrangliste-Erste Rafael Nadal ein möglicher Gegner im Viertelfinale. Der Spanier hatte auch in der dritten Runde gegen seinen Davis-Cup-Kollegen Pablo Carreno Busta beim 6:1,6:2,6:4 keine Mühe.

Der 19-fache Grand-Slam-Sieger spielt am Montag gegen den Australier Nick Kyrgios, der den Russen Karen Chatschanow 6:2,7:6(5),6:7(6),6:7(7),7:6(8) bezwang, um den Einzug ins Viertelfinale. Nadal geht in Melbourne auf seinen 20. Major-Titel los, womit er Rekordhalter Roger Federer einholen würde. Allerdings hat der Mallorquiner bisher erst einmal (2009) in Melbourne triumphiert.

"Das war ohne Zweifel mein bisher bestes Match im Turnier", sagte ein glücklicher Nadal. "Ich verbessere mich von Tag zu Tag, also bin ich super glücklich." Damit haben die "big three" die Achtelfinal-Phase des ersten Majors erreicht, zuvor hatten ja auch Titelverteidiger Novak Djokovic und Roger Federer die Runde der letzten acht erreicht. (APA, red, 25.1.2020)