Verstöße gegen die DSGVO sollen entschiedener geahndet werden.

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Noch im Frühjahr will die EU-Kommission die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) evaluieren. Sie fordert nun eine schärfere Umsetzung. Wie "Heise" berichtet, sagte Vizepräsidentin Věra Jourová im Rahmen des Europäischen Datenschutztags, dass die Datenschutzbehörden künftig verstärkt zusammenarbeiten sollen, um die Vorgaben durchzusetzen. Dadurch soll eine intensivere Ahndung gewährleistet werden.

Dafür müssten aber auch die Mitgliedsstaaten die notwendigen Ressourcen zur Verfügung stellen. Jene Behörden, die sich mit dem Europäischen Datenschutzausschuss (EDSA) abstimmen, würden weiterhin EU-Gelder bekommen.

Positive Einschätzung

Grundsätzlich sieht die Kommission die DSGVO positiv – Bürger seien sich mehr ihrer Rechte in dem Bereich bewusst geworden, und auch Unternehmen würden ein höheres Bewusstsein aufweisen. Bei der Evaluierung will man vor allem den Datenaustausch weltweit sowie den konkreten Umgang mit dem EDSA klären.

Österreichs Datenschutzbehörde hat keine leichte Arbeit: Seit Einführung der DSGVO haben sich die Beschwerden vervielfacht, die Zahl der Mitarbeiter aber nicht. Im türkis-grünen Regierungsprogramm ist jedoch eine bessere Ausstattung vorgesehen.

Nur ein Drittel setzte DSGVO bisher um

Einer aktuellen Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte zufolge arbeiten in Österreich immer noch zwei Drittel der Unternehmen an der Umsetzung der DSGVO-Vorgaben. Eigentlich sollten die Vorgaben bereits seit Mai 2018 umgesetzt sein. Vor allem fehlt es an entsprechend ausgebildeten Mitarbeitern. Zudem setzen die meisten Unternehmen zwar auf die richtigen Maßnahmen, brauchen aber zu lange bei der Umsetzung. Befragt wurden 191 Unternehmensvertreter in leitender Position. (muz, 28.1.2020)