Thunberg will Fridays for Future als Marke schützen lassen.

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Ende August 2018 saß Greta Thunberg noch alleine vor dem schwedischen Parlament. Das Anliegen der damals 16-jährigen Schülerin: Die Politik solle das Klimaabkommen von Paris ernst nehmen und einhalten. Eineinhalb Jahre später gehen regelmäßig Millionen Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße, die Bewegung ist in fast allen Staaten der Erde aktiv. Sie hört auf den Namen Fridays for Future – einen Begriff, den Greta Thunberg nun als Marke eintragen will, wie "Zeit Online" zuerst berichtete.

Demnach hat die Greta Thunberg and Beata Ernman Foundation im Dezember einen Antrag beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum eingereicht. Beata Ernman ist die jüngere Schwester Thunbergs. Bisher war über die Stiftung mit Sitz in Stockholm nichts öffentlich bekannt.

Schutz vor Missbrauch

Ein Sprecher Thunbergs bestätigte der "Zeit", dass die Stiftung von Greta Thunberg und ihrer Familie gegründet worden ist. Deren Ziel soll die "Förderung ökologischer, klimatischer und sozialer Nachhaltigkeit sowie psychischer Gesundheit" sein. Zudem soll die Stiftung dabei helfen, transparent Geld zu spenden.

Am Mittwochabend äußerte sich die Klimaaktivistin selbst zu dem Antrag. "Leider gibt es immer noch Menschen, die versuchen, mich zu verkörpern oder fälschlicherweise behaupten, mich zu vertreten", schrieb sie auf Instagram. Sie rät Menschen, die angeblich von Thunberg kontaktiert werden, zu Vorsicht und entschuldigt sich gleichzeitig, falls jemand in ihrem Namen getäuscht wurde.

"Kein Interesse an Marken"

Zudem werde neben Thunbergs Namen auch Fridays for Future immer wieder für kommerzielle Zwecke verwendet, etwa um Produkte zu verkaufen oder Spenden im Namen der Bewegung zu verkaufen. Deshalb habe sie entschieden Fridays for Future und auch den inzwischen berühmten Slogan "Skolstrejk för klimatet" – schwedisch Schulstreik für das Klima – schützen zu lassen. Das sei notwendig, um sich selbst und die Bewegung vor Aktivitäten zu schützen, die nicht mit den Zielen von Fridays for Future übereinstimmen.

Weltbekannt und womöglich bald geschützt: Greta Thunbergs Klimastreik-Schild.
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"Ich versichere Ihnen, ich und die anderen Streikenden haben absolut kein Interesse an Markenrechten", schrieb die 17-jährige weiter. "Aber leider ist es notwendig." Die Stiftung soll dazu dienen, Spenden und Preisgelder transparent an Wohltätigkeitsorganisationen weitergeben zu können.

Neben Thunberg will sich laut "Zeit" auch Janine O'Keeffe die Markenrechte für bestimmte Produkte unter dem Namen Fridays for Future – darunter Rucksäcke und Mützen – sichern. Sie beteuerte aber gegenüber der "Zeit", kein Geld daraus erwirtschaften zu wollen. Auch ihr gehe es darum, den Namen vor Missbrauch zu schützen – das hätten ihr Anwälte von Lawyers for Future empfohlen. Die pensionierte Elektroingenieurin ist neben anderen für den Social-Media-Auftritt von Fridays for Future verantwortlich. (red, 29.1.2020)