Eine Teilnehmerin einer "Free Assange"-Demo in London vor einigen Tagen.

Foto: AP

Im Rahmen einer Resolution gegen die Gefährdung von Medienfreiheit hat die parlamentarische Versammlung des Europarats (Pace) auch einen Standpunkt in Bezug auf den umstrittenen Whistleblower Julian Assange ausgearbeitet. Man fordert seine "sofortige Freilassung", berichtet Heise.

Präzedenzfall befürchtet

Der Aufruf steht in einem Änderungsantrag vom 27. Jänner. Es gelte "zu berücksichtigen, dass die Haft und strafrechtliche Verfolgung von Assange einen gefährlichen Präzedenzfall für Journalisten" darstelle, heißt es dort. Man schließe sich der Empfehlung des UN-Sonderberichterstatters für Folter und unmenschliche Behandlung, Nils Melzer, an. Dieser hatte im November Assanges Haftbedingungen beklagt und seine Enthaftung gefordert.

Auch der Journalistenverband Netzwerk Recherche spricht sich für die Freilassung von Assange und das Fallenlassen der Spionagevorwürfe seitens der US-Regierung aus. Zwar kritisiert man ihn auch wegen Handlungen wie der ungeprüften Veröffentlichung der E-Mails von Hillary Clinton, die journalistische Standards grob verletzt hatte, jedoch fürchtet man, dass künftig auch mit anderen Whistleblowern so umgegangen werde, wie derzeit mit Assange. (red, 29.01.2020)