Ein Polizist hielt den mutmaßlichen Schützen auf.

Foto: REUTERS/DANISH SIDDIQUI

Ein Mann wurde angeschossen.

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Neu-Delhi – In der indischen Hauptstadt Neu-Delhi hat ein Mann bei einer Kundgebung auf Demonstranten geschossen. Einige Regierungskritiker hatten sich am Donnerstag vor der Jamia-Millia-Islamia-Universität versammelt, um gegen das umstrittene Staatsbürgerschaftsgesetz zu protestieren, hieß es.

Augenzeugen zufolge hatte der Mann einige Parolen gerufen, bevor er in die Menge schoss. Dabei soll eine Person verletzt worden sein. Die genauen Hintergründe waren zunächst unklar. Der Verdächtige wurde von einem Polizisten überwältigt und abgeführt.

Das neue Staatsbürgerschaftsgesetz ermöglicht Angehörigen religiöser Minderheiten aus Bangladesch, Pakistan und Afghanistan, die vor 2015 ohne gültige Papiere ins Land gekommen sind, eine einfachere Einbürgerung. Muslime sind davon jedoch ausgenommen.

Zusammenstöße mit der Polizei

Kritiker werfen der hinduistisch-nationalistischen BJP von Premier Narendra Modi vor, die 200 Millionen Muslime im Land zu diskriminieren. Seit der Verabschiedung des Gesetzes durch das Oberhaus im Dezember kommt es immer wieder zu Kundgebungen. Zu Jahresbeginn waren bis zu hunderttausend Menschen in mehreren Städten auf die Straße gegangen.

In den vergangenen Wochen starben mindestens 27 Menschen bei den Protesten, hunderte wurden bei Zusammenstößen mit der Polizei verletzt. Den Behörden wird vorgeworfen, unverhältnismäßig hart gegen die Demonstranten vorzugehen. (red, Reuters, 30.1.2020)