Voll Vorfreude: Richard Lugner.

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Wien – Ganz stolz präsentierte Baumeister Richard Lugner seinen nächsten Stargast für den Opernball: Ex-Athletin Lindsey Vonn soll es sein, erstens weil er Skifahren (im Fernsehen) mag, zweitens, weil sie Deutsch spricht.

Am Freitagmorgen sorgte das Ski-Ass jedoch für Verwirrung: Sie werde nicht die Wiener Oper besuchen, schrieb sie auf Twitter. Ob hier das Wort "Ball" verloren ging und die Nachricht damit eine Absage an Lugner ist, oder ob Vonn schlicht kein Opern-Fan ist, war vorerst unklar. Die mediale Aufregung brodelte dennoch in Sekundenschnelle auf. Auf Twitter schaltete sich innerhalb kürzester Zeit die US-Botschaft in Wien ein: "Schaut nicht zu uns, wir halten uns da raus", schrieb sie.

Rechtliche Probleme

Im Büro Lugners spricht man jedenfalls von einer Absage. Es gebe "rechtliche Probleme, die wir mit den Anwälten klären müssen", hieß es in einer Stellungnahme.

Lugner selbst gibt sich gelassen. Wie oe24.at zitiert, sagt er angesprochen auf den Tweet: "Soll mir recht sein." Wer als Back-up-Gast binnen drei Wochen organisiert werden soll, ist nicht bekannt. Nächste Woche soll verlautbart werden, wie es weitergehen soll.

Die Casinos Austria präsentierten kurzerhand eine andere Ski-Prominenz, die, wenn auch nicht an Lugners Seite, den Ball besuchen soll: Man freue sich, "Alexandra Meissnitzer in der Loge als Gast begrüßen zu dürfen". Die Österreicherin ist ebenfalls ehemalige Skirennläuferin und nun beim ORF tätig. Vor gut zwei Jahren geriet sie in Kritik, weil sie neben dieser Tätigkeit auch bei einer ÖVP-Veranstaltung auftrat.

Noch kein Kontakt zu Vonn

Schon bei der Pressekonferenz am Mittwoch, bei der Lugner seinen Stargast in fast schon zeremonieller Weise präsentierte, sagte er, er habe selbst noch keinen Kontakt zu Vonn gehabt. Erste Infos, etwa darüber, wer sie begleiten wird, erwartete er ursprünglich für Samstag.

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Lugner bringt seit 1992 Gäste auf den Opernball. So besuchten etwa Sophia Loren (1995), Pamela Anderson (2003) und Paris Hilton (2007) das Fest an der Seite des Baumeisters. Vergangenes Jahr fiel die Wahl auf das ehemalige australische Supermodel Elle Macpherson alias "The Body".

Kaum Regierungsmitglieder anwesend

Und noch jemand wird auf dem Ball der Bälle fehlen: Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Wie der "Kurier" berichtet, werden weder er noch seine Lebensgefährtin Susanne Thier den Ball am 20. Februar besuchen. Schuld sei der Start der EU-Budgetverhandlungen in Brüssel.

Offenbar würde aber auch die logische Nachfolge Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) mit einer Zusage zögern. Der fände erstens, die Staatsspitze sei mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen würdig am Ball vertreten – und wolle zweitens lieber zum Bauernbundball in Graz am Tag darauf, schreibt der "Kurier" ohne Nennung konkreter Quellen. (red, 31.1.2020)