Foto: APA/AFP/NSO/NSF/AURA

Honolulu – Das mit seiner Vier-Meter-Apertur weltgrößte Solar-Teleskop hat ein fantastisches neues Bild der Sonne aufgenommen: Auf dem vom hawaiianischen Daniel K. Inouye Solar Telescope aufgenommenen Bild sei die Oberfläche der Sonne so detailliert wie nie zuvor zu sehen, berichten Wissenschafter der University of Hawaii.

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Die Auflösung der Bilder ermöglicht es, erstmals Strukturen bis hinab auf eine Größenordnung von 30 Kilometern zu erkennen. Die sogenannten Granulen, die sich auf dem Bild durch dunkle Ränder voneinander abheben, werden bis zu 1.000 Kilometer groß und haben eine Lebensdauer von nur wenigen Minuten. Sie sind das Produkt eines fortwährenden Konvektionsprozesses: Unterhalb der Photosphäre steigt heißes und helles Plasma auf, kühlt ab und sinkt an den dunkleren Stellen wieder ab.

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Innerhalb dieser dunklen Linien kann man nun erstmals deutlich helle Punkte identifizieren, die von Magnetfeldern hervorgerufen werden. Astronomen nehmen an, dass an diesen Stellen Energie bis in die Korona der Sonne transportiert wird. Das könnte der Grund dafür sein, warum die dünne Korona einige Millionen Grad heißer ist als die eigentliche Oberfläche der Sonne.

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Das ursprünglich Advanced Technology Solar Telescope genannte Teleskop wurde noch während seiner Konstruktion zu Ehren des 2012 verstorbenen hawaiianischen US-Senators Daniel Inouye umgetauft. Es befindet sich auf dem Gipfel des Bergs Haleakala auf der Insel Maui und hat nun nach seiner Fertigstellung im Dezember sein erstes spektakuläres Bild geliefert. In den kommenden Jahren soll es noch mit Instrumenten zur Messung des solaren Magnetfelds aufgerüstet werden. (red, 31. 1. 2020)