Googles Pixel-Geräte gelten als die sichersten in der Android-Welt.

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Die Verschlüsselung von Smartphones ist in den vergangenen Wochen in den USA wieder in den Mittelpunkt der politischen Debatte gerückt. So hatte etwa US-Präsident Donald Trump persönlich Hardwarehersteller Apple angegriffen, da sich das Unternehmen weigert, die Verschlüsselung seiner Smartphones zu unterwandern.

Für einige Verblüffung sorgte dabei der konkrete Anlassfall, ging es doch um das iPhone jener Person, die im Dezember einen Anschlag auf einen US-Marinestützpunkt ausgeführt hat. Sicherheitsexperten verwiesen umgehend darauf, dass es kein großes Geheimnis sei, dass Strafverfolgungsbehörden derzeit kein Problem damit haben, iPhones zu knacken. Insofern vermuteten sie, dass das FBI den Publicity-trächtigen Anlassfall nutzen wollte, um eine Grundsatzdiskussion loszutreten. Ein Eindruck, der bald bestätigt wurde, nur wenige Tage danach folgte die Nachricht, dass die Sicherheitssperren des betreffenden Geräts erfolgreich umgangen wurden.

Android

Wirkliche Probleme haben die Ermittler hingegen mit anderen Geräten, wie nun ein Forensikexperte gegenüber "Motherboard" betont. Bei einigen aktuellen Android-Geräten sei es nämlich derzeit kaum möglich, an die Daten zu kommen. Als Beispiele nennt er etwa Googles Pixel 2, das einen eigenen Sicherheitschip aufweist, oder auch Samsungs Galaxy S9 sowie das Huawei P20 Pro – und wohl auch all deren Nachfolger.

Damit habe sich die Situation innerhalb eines Jahres komplett gedreht: Damals sei es noch problemlos möglich gewesen, praktisch alle Android-Geräte zu knacken, während man beim iPhone keine Chance hatte. Spezialgeräte von Firmen wie Cellebrite könnten mittlerweile aber die Sicherheitssperren jedes Apple-Smartphones problemlos austricksen. In der Folge hätten die Ermittler dann Zugriff auf praktisch alle Daten auf dem Gerät – von Standortinformationen über die Anrufliste, Kontakte bis zu den Kommunikationen auf Twitter oder Instagram.

Disclaimer

Trotz dieser Aussagen wäre es voreilig, daraus den Schluss zu ziehen, dass Android-Geräte generell sicherer sind als iPhones. Immerhin gilt diese Einschätzung zunächst einmal nur für einzelne Geräte weniger Hersteller. Und während etwa den Topgeräten von Google und Samsung auch von anderen Experten mittlerweile ein sehr hohes Sicherheitsniveau bescheinigt wird, ist das eben längst nicht bei allen Anbietern so. Genau diese große Heterogenität ist in der Praxis freilich ein entscheidender Vorteil, führt dies doch dazu, dass Spezialfirmen nicht dauerhaft passende Lösungen für sämtliche Geräte im Angebot haben können. Bei gezielten Angriffen, die sich dann die Schwächen eines einzelnen Modells im Detail ansehen, würde es hingegen wohl schon wieder anders aussehen. (red, 31.1.2020)