Großer Bahnhof für die neuen Kampfjets: Die US-Botschafterin in Polen, Georgette Mosbacher, Präsident Andrzej Duda, Premier Mateusz Morawiecki und Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak vor einer F-35.

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Warschau – Polen hat zur Modernisierung seiner Luftwaffe einen Milliardendeal über die Lieferung von 32 amerikanischen Kampfjets vom Typ F-35 abgeschlossen. Einen entsprechenden Vertrag unterzeichnete Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak am Freitag im Luftwaffen-Ausbildungszentrum im ostpolnischen Deblin.

"Dies ist ein wichtiger Tag für die polnische Luftwaffe, für die Sicherheit Polens, aber auch für die Sicherheit in unserem Teil Europas", sagte Polens Präsident Andrzej Duda vor der feierlichen Unterzeichnung. Das Staatsoberhaupt ist laut Verfassung Oberbefehlshaber der polnischen Streitkräfte.

Verbündeter und Freund

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Warschau hat der Rüstungsdeal einen Umfang von 4,6 Milliarden Dollar(rund 4,2 Milliarden Euro). Die Anschaffung der US-Kampfjets avisierte das Ministerium bereits in einem 2017 aufgestellten Modernisierungsplan. Bei einem Besuch Dudas im Juni vergangenen Jahres ließ US-Präsident Donald Trump zu Ehren seines Gastes ein Kampfflugzeug des Typs F-35 über das Weiße Haus fliegen. Im September gab der Kongress grünes Licht für den Rüstungsdeal.

Duda sagte, der Kauf der Kampfjets zeige, dass Polen von den USA als Verbündeter und Freund geschätzt werde. Die ersten F-35 sollen laut Nachrichtenagentur PAP zunächst für die Ausbildung polnischer Piloten in den USA genutzt und ab 2026 in Polen stationiert werden.

Russische Flieger ausmustern

Ministerpräsident Mateusz Morawiecki verwies darauf, dass Polen bis heute teilweise auf russische Kampfflugzeuge angewiesen sei, aber als "vollwertiges und zuverlässiges NATO-Mitglied" die Modernisierung seiner Luftwaffe betreibe. "Das bedeutet, dass der Schatten russischer Dominanz in diesem Teil Europas, den wir vor 30 Jahren losgeworden sind, sich noch weiter von Polen zurückzieht." Polen werde dank der neuen Flugzeuge seine Aufgaben bei der Gewährleistung der Sicherheit und des Friedens an der Ostflanke der NATO noch besser nachkommen können. (dpa, red, 30.1.2020)