Die Universität Yale sieht westliche Kunst als "problematisch".

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Die prestigereiche amerikanische Yale-Universität stellt ihren Einführungskurs in Kunstgeschichte "Von der Renaissance bis heute" ein. Die Universitätszeitung Yale Daily News berichtet, der Grund dafür sei, es könnten sich einige Studenten durch die Tatsache gestört fühlen, dass der westliche Kunstkanon "überwältigend weiß, männlich und heterosexuell" sei. Der Kursleiter sagte, der Fokus auf westliche Kunst sei "problematisch". Die künftige Form des Kurses solle sich auf Kunst in Relation zu Geschlecht, Klasse und Rasse konzentrieren und ihre Verbindung mit dem westlichen Kapitalismus diskutieren. Auch die Beziehung zwischen Kunst und Klimawandel wird ein "Schlüsselthema" sein.

Problematisch, aber real

Die Sache mit dem "Überwältigend weiß, männlich und heterosexuell" muss vielleicht ein wenig korrigiert werden, da die größten Künstler der Neuzeit wie Leonardo da Vinci und Michelangelo zwar weiße Italiener waren, aber halt doch homosexuell. Das mit dem Klimawandel ist leicht. Man wird das Bild Die Jäger im Schnee von Pieter Bruegel d. Ä. im "Kunsthistorischen" eben unter dem Aspekt der damaligen Kleinen Eiszeit statt Bildkomposition und Maltechnik diskutieren.

Die Zeitschrift Reason ("Vernunft") schreibt dazu übrigens: "Der übergroße Einfluss des Westens auf die Ereignisse der letzten Jahrhunderte mag zwar sehr wohl problematisch sein, aber das bedeutet nicht, dass er nicht real ist." (RAU, 1.2.2020)