Das Ushirika-Stadion am Sonntagmorgen.

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Angehörige warten vor dem Spital in Mawenzi.

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Daressalam – Bei einem heftigen Gedränge während eines evangelikalen Freiluftgottesdienstes in Tansania sind mindestens 20 Menschen getötet worden, darunter fünf Kinder. Mehrere weitere Gottesdienstbesucher seien bei dem Zwischenfall am Samstagabend in der nördlichen Stadt Moshi verletzt worden, sagte der örtliche Behördenvertreter Kippi Warioba. Die Opferzahl könne noch steigen.

Zu dem Gedränge kam es, als zehnausende Gläubige einer Zeremonie des populären Predigers Boniface "Bulldozer" Mwamposa folgten. Der selbsternannte "Apostel" Mwamposa habe "heiliges Salböl" auf den Boden geträufelt, sagte die Augenzeugin Jennifer Temu der AFP.

Boniface "Bulldozer" Mwamposa gießt "heiliges Salböl" aus.
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In der Hoffnung, durch das Öl etwa von Krankheiten geheilt und reich zu werden, seien die Gläubigen sofort zu der Stelle gestürzt. Dutzende Menschen seien dabei zu Boden gegangen, mehrere seien totgetrampelt worden.

"Es war schrecklich, die Leute trampelten gnadenlos, rempelten sich gegenseitig mit den Ellbogen", berichtete der Augenzeuge Peter Kilewo. "Es war, als hätte der Prediger Bündel von Dollarscheinen herumgeworfen... und da waren all diese Toten."

Mwamposa wurde am Sonntag in Daressalam festgenommen, als er versuchte, das Land zu verlassen. Seit Jahren verzeichnen Prediger, die Wohlstand und Wunderheilungen versprechen, in Tansania großen Zustrom. Sie kassieren zehn Prozent des Einkommens ihrer Anhänger. (red, APA, AFP, 2.2.2020)

Aufzeichnung einer Veranstaltung mit Boniface "Bulldozer" Mwamposa am 18. Jänner.
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