Ölproduzenten suchen eine Antwort darauf, wie dem Preisdruck aufgrund geringerer Ölnachfrage infolge der durch das Coronavirus verursachten Produktionsstillstände in China am besten begegnet werden kann.

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Wien – Russland hat einen von Saudi-Arabien geführten Versuch abgelehnt, die Opec-Ölproduktionskürzungen als Reaktion auf das tödliche Coronavirus in China zu vertiefen. Das ließen Delegierte der in Wien seit Dienstag tagenden Organisation Erdöl exportierender Länder durchsickern. Das Scheitern der Opec+ genannten Gruppe bei der Erzielung einer konsensualen Lösung ist ein Rückschlag für den De-facto-Führer der Opec, Saudi-Arabien.

Die Delegierten der 14 Länder umfassenden Opec und ihrer Verbündeten, darunter Russland, trafen sich diese Woche drei Tage lang in Wien, um das weitere Vorgehen angesichts sinkender Ölnachfrage in China nach Ausbruch der Coronavirus-Infektion zu erörtern. Das Virus, das seinen Ausgang in Wuhan in der Provinz Hubei nahm, hat bereits zu einem starken Rückgang der Nachfrage nach Rohöl beigetragen und die Ölpreise gedrückt. China importiert mehr Öl als jedes andere Land und hat den zweitgrößten Verbrauch weltweit.

Saudis mit Kompromissvorschlag abgeblitzt

Saudi-Arabien hatte zunächst Fördermengenkürzungen von 800.000 bis eine Million Fass am Tag (je 159 Liter) befürwortet, um die Ölmärkte zu stabilisieren. Dazu gab es aber innerhalb der Opec keine Mehrheit. Saudi-Arabien hatte daraufhin eine Kürzung der Produktion um 600.000 Barrel pro Tag vorgeschlagen. Der Vorschlag fand innerhalb des Ölkartells breite Unterstützung. Die russische Delegation lehnte den Vorschlag jedoch ab. Es sei noch zu früh, um die Auswirkungen des Virus auf die weltweite Ölnachfrage zu beurteilen, hieß es.

Seit der ersten Jännerwoche mit den bisher höchsten Notierungen im laufenden Jahr von deutlich über 60 Dollar je Fass sind die Rohölpreise um rund 20 Prozent gefallen. (Reuters, stro, 6.2.2020)