Malé, die Hauptstadt der Malediven.

Foto: AP / Eranmga Jayawardena

Malé – Drei Männer sind laut Medienberichten am Donnerstag auf den Malediven festgenommen worden, weil die Polizei sie verdächtigt, terroristische Taten an Ausländern begangen zu haben. Konkret sollen sie für Messerangriffe verantwortlich sein. Zwei Chinesen und ein Australier waren am Dienstag auf der Insel Hulhumalé attackiert worden. Die Insel war im Lauf der vergangenen Jahre künstlich aufgeschüttet worden, sie beherbergt sowohl Büro- und Handelseinrichtungen als auch soziale Wohnbauten.

Die Tat hatte bereits vor der Festnahme der drei Verdächtigen eine Gruppe für sich reklamiert, die sich als örtliche Vertretung der IS-Terrormiliz sieht. Sie hatte online ein Bekennervideo verbreitet, wie örtliche und australische Medien berichten. Alle drei Verletzten befinden sich laut Behördenangaben nicht in Lebensgefahr. Bei einem der beiden Chinesen soll es sich um einen Touristen handeln, die beiden anderen arbeiten demnach auf den Malediven.

Viele Rekruten für den IS

Die Malediven, in Europa vor allem als Urlaubsparadies bekannt, machen Terrorismusexperten schon seit einigen Jahren Kopfzerbrechen. Gemessen an der Bevölkerungszahl zählt die kleine Inselnation zu jenen Staaten, aus denen die meisten ausländischen IS-Mitglieder stammten, als dieser in Syrien und im Irak seine größte Ausbreitung erreichte. Nach Angaben der örtlichen Behörden, die der britische "Guardian" wiedergibt, sind derzeit noch 59 Frauen und 160 Männer aus den Malediven in Nordsyrien wegen ihrer IS-Mitgliedschaft in Haft.

Laut dem australischen Sender ABC könnte es sich bei dem Angriff um eine Racheaktion handeln, weil vor einem Monat ein bekannter Anwerber des IS verhaftet worden war.

Für die vom Tourismus abhängige Nation sind die Berichte über die Angriffe keine guten Nachrichten. Sie müsste, sollten sich ähnliche Attacken fortsetzen, einen Rückgang der Besucherzahlen befürchten. Genau das sei das Ziel der Angreifer gewesen, spekulieren Medien. Wohl auch aus diesem Grund halten sich die offiziellen Stellen mit Kommentaren zu den Angriffen zurück. (mesc, 6.2.2020)