2019-nCoV ist schwer zu merken, deshalb muss ein neuer Name her, sind Experten sich einig.

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Coronavirus, Wuhan- oder gar China-Grippe sind als Bezeichnung für das derzeit grassierende 2019-nCoV im Umlauf. Keiner dieser Namen ist ideal. Sie alle sind ein Produkt mangelnder Alternativen.

Coronaviren sind eine große Virenfamilie, die bei Wirbel- und Säugetieren vorkommt und Atemwegserkrankungen auslösen kann. Der Begriff Coronavirus ist also zu unspezifisch. 2019-nCoV steht für das Jahr, in dem das Virus entdeckt wurde, "n" für "neu" und "CoV" für Coronavirus. Leicht auszusprechen ist dieser Begriff allerdings nicht.

Auch Bezeichnungen, die vom möglichen Ursprung des Virus herrühren, wie Wuhan- oder China-Grippe, stehen in der Kritik, denn seit dem Ausbruch des Virus werden zunehmend Fälle von Diskriminierung gegen Menschen aus China oder Wuhan gemeldet. Ganz ähnlich war die Situation schon bei der Spanischen Grippe 1918 bis 1920.

Unbegründete Schlachtungen

Auch Bezeichnungen wie Vogel- oder Schweinegrippe sind ungeeignet. Letztere hat etwa zur unbegründeten Schlachtung unzähliger Schweine geführt, obwohl die Krankheit gar nicht von den Tieren verbreitet wurde.

Eine Namenssuche für 2019-nCoV ist also herausfordernd. Damit betraut ist das International Committee on Taxonomy of Viruses. Man habe sich bereits auf einen Namen geeinigt, berichtet die BBC, der sich weder auf einen Ort noch auf eine Person, ein Tier, eine Speise, eine Kultur oder Industrie bezieht. Die Bezeichnung wird nun bei einem wissenschaftlichen Journal zur Veröffentlichung eingereicht und in den nächsten Tagen bekanntgegeben. (Bernadette Redl, 8.2.2020)