Der US-Arbeitsmarkt ist robust ins Jahr gestartet. Im Jänner sind 225.000 neue Stellen entstanden, mehr als Experten erwartet hatten.

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Washington – Der US-Arbeitsmarkt ist mit überraschend viel Schwung ins Jahr gestartet. Im Jänner entstanden 225.000 neue Jobs, gab die Regierung in Washington am Freitag bekannt. Volkswirte hatten nur mit 160.000 neuen Arbeitsplätzen gerechnet. Im Dezember wurden nach revidierten Zahlen 147.000 Stellen geschaffen.

Der Jobmotor läuft somit auf Hochtouren: Denn ein Stellenaufbau von 100.000 im Monat gilt bereits als ausreichend, um mit dem Bevölkerungswachstum in den USA Schritt zu halten. "Die Beschäftigungsdynamik ist weiterhin erstaunlich gut, auch wenn diese durch die milde Witterung im Jänner etwas überzeichnet war", sagt Ökonom Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampe.

Arbeitslosenquote bei 3,6 Prozent

Die separat ermittelte Arbeitslosenquote stieg unterdessen leicht auf 3,6 Prozent. Dies entspricht dennoch praktisch Vollbeschäftigung – ein Ziel, das die US-Notenbank Federal Reserve ebenso wie stabile Preise anstrebt. Sie hatte sich 2019 mit drei Zinssenkungen gegen eine Konjunkturabkühlung gestemmt.

Besonders erfreulich ist auch die Entwicklung für die Frauen: hier liegt die Arbeitslosenquote derzeit bei 3,5 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit 1953.

Weiterhin schwierig ist die Situation allerdings im Industriesektor. Im Jänner gingen dort 12.000 Jobs verloren, 11.000 davon allein in der Fahrzeugindustrie. Im vergangenen Jahr hat die Beschäftigung in der Industrie mehr oder weniger stagniert. Auch im Detailhandel läuft es nicht gut: Im Jänner ging die Anzahl Jobs um 8000 zurück, für die vergangenen zwölf Monate beträgt das Minus 29.000.

Bau floriert dank mildem Wetter

Dank mildem Wetter hat dafür im Baugewerbe die Aktivität stark zugenommen, mit 44.000 neu geschaffenen Jobs. Insgesamt war das Beschäftigungswachstum im Jänner 2020 recht breit abgestützt. (Reuters, red, 7.2.2020)