Für Botswanas Elefanten wird es wieder eng.

Foto: Reuters / Mike Hutchings

Gaborone – Erstmals seit dem Ende eines völligen Jagdverbots im vergangenen Jahr hält Botswana wieder Auktionen für Jagdrechte auf Elefanten ab. Zum Verkauf stehen sieben "Pakete" von je zehn Elefanten, die die Käufer der Rechte töten dürfen. Das Land erhofft sich damit Geld einzunehmen – als Grundgebot werden 200.000 Pula (16.600 Euro) verlangt. Die Auktion stößt unter Tierschützern auf Entsetzen. Jahrelang hatte sich Botswana immerhin als jenes Land in Afrika vermarktet, das besonderen Wert auf Tier- und Naturschutz legt.

Die Regierung hält dem entgegen, dass es sich um eine eng beschränkte Zahl von Elefanten handeln soll, die betroffen sind: Immerhin hat sich die Population in den vergangenen Jahren wieder auf eine Zahl von rund 130.000 Tieren erholt. Zudem dürfe die Jagd nur innerhalb streng definierter Zonen stattfinden. Dass man das Geld brauche, stellt Gaborone hingegen in Abrede: Immerhin ist Botswana dank des gut verwalteten Einkommens aus dem Diamantenhandel eines der bei weitem wohlhabendsten Länder im südlichen Afrika.

Unbeliebte Dickhäuter

Vielmehr hat die Elefantenjagd auch einen politischen Hintergrund: Sie zu erlauben ist ein Wahlversprechen des Präsidenten Mokgweetsi Masisi, der im vergangenen Oktober mit großer Mehrheit im Amts bestätigt worden ist. Der Nachfolger des international renommierten Ian Khama stammt zwar aus der gleichen Partei, der Botswana Democratic Party. In Sachen Elefantenjagd setzt er aber ganz andere Akzente als sein Vorgänger: Als symbolischen Akt hat er etwa schon im Vorjahr die Präsidenten Namibias, Sambias und Simbabwes nach einem Staatsbesuch Hocker geschenkt, die aus Elefantenfüßen gefertigt waren.

Auch britischen Tierschützern hat er bereits entgegengehalten, sie könnten die Elefanten ja nach Großbritannien holen und versuchen, mit ihnen zu leben, wenn sie diese so gern mögen würden. Und damit hat er wohl auch den Kern seiner Politik getroffen, die man als eine Art Elefanten-Populismus beschreiben könnte. Die Dickhäuter sind in Botswana selbst nämlich alles andere als rundum beliebt: Immer wieder sind sie in jüngster Zeit in Dörfer eingedrungen, haben dort Schäden angerichtet und sogar Menschen angegriffen.

Viele Einwohner des südafrikanischen Landes erhoffen sich daher von den neu erteilten Jagdgenehmigungen die Möglichkeit, die Tiere von ihren Dörfern fernzuhalten. Zwiegespalten ist hingegen die Tourismusindustrie: Dort gibt es viele Stimmen, die die Befürchtung äußern, mit den Großwildjägern sei weniger Geld zu verdienen als mit jenen Touristen, die gegen die Jagd auf Elefanten seien – und nun vielleicht fernblieben. (mesc, 7.2.2020)