Nakhon Ratchasima – Nach dem Amoklauf in Thailand haben hunderte Menschen am Sonntag bei einer Mahnwache der Opfer gedacht. Deren Zahl hat sich nach Angaben der Provinzregierung auf 30 erhöht, den Täter eingerechnet. Am Samstag hatte der 32-jährige Soldat Waffen aus einem Militärstützpunkt gestohlen und zunächst in einer Kaserne im Nordosten des Landes drei Menschen erschossen. Danach stahl er ein Armeefahrzeug und Waffen und fuhr in die Innenstadt von Nakhon Ratchasima, wo er in einem Einkaufszentrum weitere Menschen tötete. Sonntagfrüh wurde er dort von Spezialeinheiten erschossen.

Menschen gedachten am Sonntagabend in Nakhon Ratchasima der Toten mit Kerzen und Botschaften, während Mönche Gebete sangen.

Der Angreifer habe wegen eines Hausverkaufs ein "persönliches Problem" gehabt, sagte Thailands Ministerpräsident Prayut Chan-O-Cha vor einem Krankenhaus in der auch als Korat bekannten Stadt, wo einige der dutzenden Opfer des Amoklaufs behandelt wurden. Der Amoklauf sei "beispiellos in Thailand", betonte der Regierungschef.

Ein Mitarbeiter der Spurensicherung beim Verlassen des Einkaufszentrums.
Foto: AFP/CHALINEE THIRASUPA

Die Sicherheitskräfte hatten den Schützen erst 17 Stunden nach Beginn des Amoklaufs in dem Einkaufszentrum gestellt und erschossen. Zuvor waren aus dem Gebäude heftige Schusswechsel zu hören gewesen, wie AFP-Reporter berichteten. Unter den Toten sind nach Behördenangaben auch Sicherheitskräfte.

Videos im Internet

Im Internet kursierende Fotos und Videos zeigten Szenen mit panisch fliehenden Menschen. Zu hören waren mutmaßliche Schüsse aus Automatikwaffen. Ein freiwilliger Helfer sprach von einem Blutbad. "Ich habe so etwas noch nie gesehen", sagte Peerapong Chatadee der Nachrichtenagentur AFP. "Ich bin so traurig. Das war ein Soldat, er hätte nicht auf Unbewaffnete schießen dürfen."

Menschen legen Blumen ab und beten für die Opfer der Schießerei in Nakhon Ratchasima.
Foto: REUTERS/Soe Zeya Tun

Armee und Polizei brachten nach eigenen Angaben während des mehrstündigen Einsatzes dutzende Menschen aus dem Gebäudekomplex in Sicherheit. "Es war die totale Panik, es war wie in einem Zombie-Film", sagte der 33-jährige Chanatip Somsakul über seine Flucht mit seiner Frau und seiner dreijährigen Tochter aus dem Einkaufszentrum.

In einem Krankenhaus in Nakhon Ratchasima spendeten die Menschen Blut für die Verletzten.
Foto: REUTERS/Soe Zeya Tun

Während der Tat veröffentlichte der Angreifer auf Facebook Fotos und Videos von sich selbst in Kampfausrüstung. Dazu schrieb er "Niemand kann dem Tod entkommen" und "Sollte ich mich ergeben?". Ein Facebook-Sprecher erklärte, die Konten des Mannes seien inzwischen gelöscht worden. (APA, 10.2.2020)