"Gogo" Djuricins Amtszeit bei Blau-Weiß Linz endete im Dezember nach sechs sieglosen Spielen in Folge.

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Zürich – Für Goran Djuricin hat am Montag ein neues Abenteuer begonnen. Der Ex-Rapid-Trainer soll den Schweizer Zweitligisten Grasshoppers Zürich als Nachfolger des am Samstag nach einem 1:4 gegen Stade Lausanne-Ouchy entlassenen Uli Forte zurück in die Super League führen. Geholt wurde der 45-jährige Wiener von einem alten Bekannten, ist doch Ex-Rapid-Sportchef Fredy Bickel bei dem Traditionsklub tätig.

Die offizielle Präsentation erfolgte noch vor der Unterzeichnung des Vertrages, der vorerst bis Saisonende laufen soll. "Wir sind nicht Best-Friends, haben aber ein gutes Verhältnis, das von großem Respekt geprägt ist. Dass beide wissen, wie der andere tickt, ist sicher ein Vorteil", schilderte Djuricin.

Grasshopper Club Zürich

Auf dem Platz zählt allerdings vor allem der sportliche Erfolg. "Das Ziel bleibt der Aufstieg, dem müssen wir alles unterordnen", versicherte Djuricin. Der erste Eindruck von den Gegebenheiten bei den Grasshoppers stimmt ihn positiv. Die Spieler hätten im ersten Training Gas gegeben, "auch wenn die Verhältnisse aufgrund des Sturms nicht gut waren", sagte Djuricin.

Sein Neo-Klub liegt in der Challenge League mit 34 Punkten nach 21 Runden auf Rang drei. Überlegener Tabellenführer ist Lausanne-Sport (46), dahinter rangiert der FC Vaduz (35), Arbeitgeber der ÖFB-Kicker Boris Prokopic und Manuel Sutter, auf dem Relegationsplatz.

Knowhow, Kompetenzen, Emotionen

Für Djuricin ist GZ alles andere als ein unbekannter Club. Von Sommer 2017 bis Sommer 2019 stürmte sein Sohn Marco für den Verein, zudem hospitierte der Senior vergangenes Jahr vor Ort. "Wir sind sehr glücklich, mit Goran Djuricin einen Cheftrainer verpflichten zu können, der sich immer loyal in den Dienst seiner Vereine gestellt hat, fachliches Knowhow, soziale Kompetenzen sowie positive Emotionen mitbringt und auf die Chance brennt, auch im Ausland ein Ausrufezeichen zu setzen", erläuterte Bickel.

Dritte Trainerstation

Es ist Djuricins erste Trainerstation im Ausland und die dritte im Profibereich nach Rapid und zuletzt Blau-Weiß Linz, die Ende 2019 wegen der finanziellen Schwierigkeiten des Klubs nach sechs sieglosen Spielen en suite vorzeitig zu Ende gegangen war. Seine Zeit bei Rapid hatte im Herbst 2018 noch unter Sportchef Bickel geendet. Der setzt große Hoffnungen in Djuricin. "Er hat bei Rapid damals in einer schwierigen Situation sofort zu überzeugen gewusst. Das hat mich sehr beeindruckt", sagte der Schweizer. Diesen Effekt soll es nun auch bei GZ geben. (APA, 10.2.2020)