Eine Halbzeit waren die Bayern klar überlegen, nach der Pause hätten sie durchaus noch verlieren können.

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München – Hansi Flick blickt nach der mühevoll verteidigten Tabellenführung einem engen Rennen um die deutsche Meisterschaft entgegen. "Die Bundesliga ist dieses Jahr, und das wollen ja alle haben, sehr, sehr spannend. Es gibt einige Mannschaften, die die Möglichkeit und die Qualität haben, Meister zu werden", betonte der Trainer des FC Bayern nach dem 0:0 in München im Ligagipfel gegen RB Leipzig.

Die angestrebte Machtdemonstration der Bayern, bei denen David Alaba als Abwehrchef der stärkste Mann auf dem Platz war, blieb am Sonntag zwar aus, doch das Minimalziel wurde immerhin erreicht. "Wir grüßen von der Tabellenspitze, deswegen war es kein schlechter Sonntag für den FC Bayern", meinte Vizekapitän Thomas Müller. "Wir sind diesen einen Punkt vorn, jetzt geht es weiter. Wenn wir in der Winterpause gewusst hätten, dass wir nach dem Spiel Tabellenführer sind, hätten wir es unterschrieben."

Vier Punkte hatte Leipzigs Vorsprung nach der Hinrunde betragen. Bayern (43 Punkte), Leipzig (42), Borussia Dortmund (39) und Mönchengladbach (39) lautet nun nach dem vierten Spieltag die Reihenfolge an der Tabellenspitze, wobei Gladbach noch das am Sonntag wegen des Sturmtiefs Sabine abgesagte Heimspiel gegen Köln nachholen muss.

Am Ende glücklich

Die Bayern durften sich vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz-Arena nach einem dominanten Start glücklich schätzen, dass der Herausforderer nach der Pause beste Chancen ausließ – allen voran Timo Werner, der freistehend vor Manuel Neuer vergab.

"In so einem Spiel muss man solche Bälle reinmachen, um gewinnen zu können", meinte Werner. Aber: "Am Ende gehen wir mit einem 0:0 raus, mit dem wir zufrieden sein können." Zumal auf der Bayern-Seite auch Leon Goretzka nach feinem Zusammenspiel mit Robert Lewandowski den Siegestreffer auf dem Fuß hatte. "Das war eine Großchance, normalerweise mache ich den rein, auch wenn der Torwart gut reagiert hat", haderte Goretzka.

Nagelsmann stapelt tief

Wie Flick mochte auch Leipzig-Coach Julian Nagelsmann dem spannenden, aber nicht hochklassigen Spiel keine Bedeutung für den Titelkampf beimessen. "Wir müssen nicht Meister werden", sagte der 32-Jährige. "Wir würden gerne unter die ersten vier kommen." Damit würde Leipzig erneut in der Champions League spielen.

Von einem gefühlten Sieger oder gefühlten Verlierer wollte Nagelsmann ebenfalls nicht sprechen. Aber der mutige Auftritt nach der Pause könnte trotz nun schon vier Pflichtspielen ohne Sieg reichlich Zuversicht bringen. Das sahen auch die RB-Spieler so. "Unsere Position ist nicht schlechter geworden. Die Tabelle ist eng, das tut dem deutschen Fußball gut", bekräftigte der starke Tormann Peter Gulacsi. (APA, 10.2.2020)