Das Coronavirus dürfte Chinas Smartphonehersteller teuer zu stehen kommen.

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Im Sog der Viruskrise in China droht ein Einbruch des Handy-Absatzes in der Volksrepublik. Analysten befürchten für das erste Quartal einen Rückgang der Smartphone-Verkäufe um bis zu 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Als ein Grund wird die Schließung vieler Einzelhandelsgeschäfte wegen der Krise angeführt, wie aus einer Studie des Analysehauses Canalys hervorgeht. Zudem hinke die Produktion der Geräte noch zurück, da viele Fabriken länger geschlossen blieben.

"Normalität"

"Produkteinführungen werden abgesagt oder verschoben, da größere Veranstaltungen in China nicht erlaubt sind", schrieben die Experten von Canalys. Der heimische Marktführer Huawei spricht mit Blick auf die Fertigungskapazität zwar von Normalität. Doch ist das Unternehmen wie viele Konkurrenten in der Produktion von Zulieferern abhängig.

Falls die Firmen ihre Fertigung nicht rechtzeitig wieder hochfahren könnten, sei vielfach die Markteinführung neuer Produkte gefährdet, warnen Analysten. Neben Huawei planen auch die auf das Betriebssystem Android ausgerichteten chinesischen Hersteller Xiaomi und Oppo neue Geräte in der ersten Jahreshälfte herauszubringen.

Der taiwanesische Apple-Zulieferer Foxconn darf einem Insider zufolge die Produktion in China teilweise wieder aufnehmen. Der Smartphone-Hersteller habe die Genehmigung der chinesischen Regierung für das Werk in Zhengzhou am Montag erhalten, sagte ein Insider mit direkter Kenntnis der Situation der Nachrichtenagentur Reuters. Es seien bisher allerdings erst zehn Prozent der Belegschaft an die Arbeitsplätze zurückgekehrt. (APA, 10.02.2020)