Arvind Kejriwal, Chef der Antikorruptionspartei Aam Aadmi feiert bereits seinen erneuten Wahlsieg.

Foto: Reuters / ANUSHREE FADNAVIS

Neu-Delhi – In Indien hat Regierungschef Narendra Modi bei der Wahl zum Regionalparlament in der Hauptstadtregion Neu-Delhi eine schwere Niederlage einstecken müssen. Die regierende Antikorruptionspartei Aam Aadmi (AAP) gewann die Wahl erneut haushoch, wie sich am Dienstag nach der Auszählung von einem Drittel der Stimmen abzeichnete.

Vorsprung bereits vor endgültigem Ergebnis enorm

AAP-Anhänger feierten den Sieg bereits in den Straßen der 20-Millionen-Einwohner-Metropole. Modis hinduistisch-nationalistische Bharatiya-Janata-Partei (BJP) hatte mit einem aggressiven Wahlkampf versucht, Neu-Delhi von der AAP zurückzuerobern. Dabei nutzte die Partei des Regierungschefs den Wahlkampf auch dafür, um für ihr umstrittenes Staatsbürgerschaftsgesetz zu werben, das viele in Indien als muslimfeindlich ansehen.

Doch der Wahlsieg der AAP des selbsterklärten Korruptionsbekämpfers Arvind Kejriwal, die 2015 erstmals die Wahl zum Regionalparlament in Neu-Delhi gewonnen hatte, war eindeutig. Bereits nach Auszählung von einem Drittel der Stimmen wurden ihr mindestens 60 der 70 Sitze zugerechnet. Sollte sich der Trend fortsetzen, dürfte die AAP 62 der 70 Parlamentssitze gewinnen, die BJP käme auf acht Sitze. Die Kongresspartei INC würde keine der Direktwahlmandate bekommen.

Kejriwal hatte im Wahlkampf auf lokale Themen wie Subventionen für Wasser und Strom sowie auf die Sicherheit für Frauen gesetzt. Die endgültigen Wahlergebnisse wurden für Dienstagabend erwartet. (APA, 11.2.2020)