Vom Plüschtier-Look sollte man sich nicht täuschen lassen: Zügelpinguine sind für ihre Renitenz bekannt. Selbstbewusstes Auftreten hilft ihnen allerdings nicht, wenn sich ihr Lebensraum verändert.
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New York – Er ist mit gut 70 Zentimetern Höhe etwas kleiner und auch wesentlich weniger berühmt als der Kaiserpinguin, doch gehören auch die Kolonien des Zügelpinguins (Pygoscelis antarctica) zu den prägenden Elementen der antarktischen Fauna. Man findet sie vor allem auf Inselgruppen, zudem brütet der Zügelpinguin auch auf der Antarktischen Halbinsel, die ein vergleichsweise "mildes" Klima hat.

Bislang hat man sich um diese Spezies, die ihren Namen einem dünnen schwarzen Strich unter den Augen verdankt, keine großen Sorgen gemacht: Der Gesamtbestand umfasst Schätzungen zufolge Millionen Tiere, vielleicht sogar im zweistelligen Bereich. Der Zügelpinguin galt bisher damit als nicht gefährdet.

Im Detail sieht das Bild aber nicht ganz so rosig aus, berichtet nun die Umweltorganisation Greenpeace: Die Zahl der Tiere sei in vielen Teilen der Antarktis in den vergangenen 50 Jahren stark gesunken. Einige Kolonien seien sogar um 77 Prozent geschrumpft.

Zügelpinguine in ihrem Element – auf der Suche nach Krill oder kleinen Fischen tauchen sie Dutzende Meter tief ab.
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Als besonders drastisches Beispiel nennen die Umweltschützer die Brutkolonien auf Elephant Island, einer großen Insel etwa 245 Kilometer vor der Küste der Antarktischen Halbinsel. Forscher mehrerer US-Universitäten hatten dort in Zusammenarbeit mit Greenpeace Brutpaare von Zügelpinguinen gezählt, unter anderem mit Drohnen. Dabei kamen sie auf 52.786 Brutpaare – bei einer Zählung 1971 waren es noch 122.550 gewesen, was einem Rückgang um rund 60 Prozent entspricht. Bei der am schlimmsten betroffenen Kolonie waren es sogar 77 Prozent.

Steven Forrest, Wissenschafter an der Stony Brook-Universität im US-Staat New York, sprach von einem "sehr dramatischen Rückgang". Es gebe dafür wahrscheinlich mehrere Erklärungen – darunter auch den Klimawandel. Die Erwärmung des Antarktischen Ozeans könne dazu führen, dass nicht mehr ausreichend Krill als Nahrung für die Pinguine zur Verfügung steht. (red, APA, 12. 2. 2020)