Pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Ge- und Verbrauchsgüter werden zu 40 Prozent privat finanziert.

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Wien – Die laufenden Gesundheitsausgaben einschließlich der Ausgaben für Langzeitpflege lagen in Österreich 2018 bei 10,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) oder 39,7 Milliarden Euro. Das geht aus Daten der Statistik Austria hervor. In den letzten 20 Jahren haben sich die Ausgaben dafür mehr als verdoppelt, diesmal entfielen 14,7 Prozent oder 5,9 Milliarden Euro davon auf die Langzeitpflege. Der Anteil der gesamten Gesundheitsausgaben am BIP war im Vergleich zum Jahr 2017 (10,4 Prozent) leicht rückläufig. In absoluten Zahlen erhöhten sich die Gesundheitsausgaben aber um 3,8 Prozent.

Unter den 36 OECD-Staaten liegt Österreich mit dem Ausgabenanteil am BIP auf dem zehnten Platz. Angeführt wird der OECD-Vergleich erneut von den USA mit 16,9 Prozent – dort ist die Gesundheitsbetreuung besonders teuer.

Knapp die Hälfte der Pflegeausgaben für Heime

Die Ausgaben für Langzeitpflege verteilten sich zu 54,3 Prozent auf die Versorgung in Pflegeheimen, der Rest entfällt auf die häusliche Pflege. 74,1 Prozent dieser Kosten wurden öffentlich finanziert, 25,9 Prozent durch private Haushalte und private Organisationen. In den letzten 20 Jahren haben sich die Ausgaben für die Langzeitpflege dabei mehr als verdoppelt. Darunter werden pflegerische Tätigkeiten sowie Unterstützung bei den Aktivitäten des täglichen Lebens – also Essen, Kleidung, Waschen und so weiter – verstanden.

Für Krankenanstalten, Unfallkrankenhäuser und Kur- sowie Rehabilitationseinrichtungen wurden 2018 in Österreich 15,4 Milliarden Euro oder 38,6 Prozent der laufenden Gesundheitsausgaben aufgewendet. Der Großteil davon wurde öffentlich durch die Sozialversicherungsträger sowie durch Bund, Länder und Gemeinden finanziert. Private Haushalte und Versicherungsunternehmen sowie private Organisationen trugen hier nur 9,3 Prozent oder 1,4 Milliarden Euro bei.

Pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Ge- und Verbrauchsgüter, zum Beispiel Medikamente, Seh- und Hörbehelfe, orthopädische Hilfsmittel, machten 6,7 Milliarden Euro oder 16,8 Prozent der Gesundheitsausgaben aus. Diese Güter wurden zu rund 60 Prozent von den Sozialversicherungsträgern und zu 40 Prozent privat finanziert. (APA, 13.2.2020)