In den USA gibt es viele leerstehende Shopping Malls – im Bild ein Einkaufszentrum in Pennsylvania.

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Mit den E-Karts geht es auf dem Weg in die Tiefgarage zwischenzeitlich bergab. Die Hoffnung ist aber: So könnte es mit dem Uno Shopping wieder bergauf gehen.

Foto: Chargers Racing

Schaufenster, Parkplatz, Verkaufsflächen: alles leer. Aus vielen früheren "Shopping Malls" in den USA sind "Dead Malls" oder "Ghost Malls" geworden. Sie stehen leer und verfallen, bis irgendwann der Abrissbagger kommt. Gründe für ihren Niedergang gibt es viele: Oft wurde unweit des Einkaufszentrums neue, noch größere Konkurrenz gebaut. Manchmal liegt es auch daran, dass aus einer einst wohlhabenden Gegend mit den Jahren ein Problemviertel wurde. Und es liegt auch am Onlinehandel, der dem stationären Handel immer mehr das Wasser abgräbt.

Das bekommen auch österreichische Zentren zu spüren. "Dead Malls" wie in den USA gibt es hierzulande kaum. "Aber die Angst vor Dead Malls gibt es definitiv", sagt Patrick Homm, Retail-Experte bei Otto Immobilien. Ein Beinahe-Leerstand war jahrelang das Uno Shopping in Leonding bei Linz. Der 1990 errichtete Shoppingtempel stand stets in Konkurrenz zur nahen und erfolgreicheren Plus City in Pasching. Auch nach einem Eigentümer- und Strategiewechsel ging es nicht bergauf. Optimisten glauben, dass sich das ändern könnte.

E-Kartbahn im Uno Shopping

Marco Ebner ist so ein Optimist: Er eröffnete vergangenes Jahr mit "Chargers Racing" eine E-Kart-Bahn und ein angeschlossenes Restaurant auf 5000 Quadratmeter Fläche des Uno Shopping. Die Kartbahn erstreckt sich über drei Ebenen und führt bis hinunter in die Tiefgarage. Ebner ist vom Standort begeistert: Die Anbindung sei ideal, die Auslastung "traumhaft". Von Kindern – sie dürfen ab zehn ans Steuer – bis zu 70-jährigen Sparvereinsmitgliedern reiche das Publikum.

Weitere Mieter gibt es aktuell keine. Die Eigentümer des Uno Shopping halten sich zu den weiteren Plänen bedeckt, man befinde sich in "konkreten Planungen", heißt es zum STANDARD. Demnächst könnte sich aber etwas tun, meinen Brancheninsider. Ob damit das jahrelang versprochene rettende Konzept für das Uno Shopping endlich gefunden wird? Das wird sich zeigen.

Mit Leerstand haben auch andere Einkaufszentren zu kämpfen. Besonders stark betroffen sind laut Hannes Lindner vom Beratungsunternehmen Standort+Markt Zentren mit verhältnismäßig kleinen Verkaufsflächen unter 10.000 Quadratmetern. "Die würde ich aber nicht totreden", sagt Lindner.

Professionelles Management

Kleinere Einkaufszentren könnten als Nahversorgungszentren nämlich durchaus funktionieren. Laut Retail-Experte Homm müssen sich Betreiber heute einen USP für ihr Einkaufszentrum überlegen – und dieses professionell managen. "Man muss einen Grund erzeugen, warum Leute kommen – und bleiben", sagt er. Daher gibt es in Einkaufszentren ein wachsendes Gastro- und Entertainment-Angebot.

In manchen Fällen könnte die Lösung auch in einem neuen Weg liegen: Das kränkelnde Euroshopping in Graz wurde nach langem Hin und Her abgerissen. Hier entstehen 600 Wohnungen. Leerstand sollte dann kein Thema mehr sein. (Franziska Zoidl, 18.2.2020)