Ein neuer Hingucker in der Grazer Altstadt: Zaha Hadids "Argos".

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Für Grazer Altstadtnostalgiker ist es ohne Zweifel wieder ein Aufreger, Touristikverantwortliche der Stadt aber reiben sich die Hände: Die steirische Landeshauptstadt hat neben dem Kunsthaus, dem "friendly alien" von Colin Fournier und Vito Acconcis "Murinsel" wieder ein herzeig- und gut vermarktbares Spezifikum neuer Architektur.

Das seit Anbeginn der Bauarbeiten nicht gerade freundlich als "Glubschaugen-Haus" titulierte Bauprojekt der 2016 verstorbenen Stararchitektin Zaha Hadid wurde nun nach Jahren der baulichen und rechtlichen Verzögerungen nahe der Grazer Oper eröffnet.

Der Ort, an dem das "Argos"-Gebäude von Hadid mit seinen nach außen gestülpten Augen – Bubbles – errichtet wurde, ist einigermaßen energetisch aufgeladen. Hier stand ursprünglich ein historisches Gebäude – Erzherzog Karl II. hatte hier etwa seine Lipizzaner untergestellt. Die letzte Bestimmung des alten Baubestands: die Herberge des Kommod, des ersten wirklich studentischen Szenelokals in Graz.

Es geriet aber zum Verfalls- und Spekulationsobjekt. 2003 wurde das Haus unter heftigem Protest von Bürgerinitiativen abgerissen. 2004 gewann Hadid den vom nicht immer unumstrittenen Grazer Bauunternehmen Wegraz ausgelobten Wettbewerb für die Bebauung dieses Altstadtareals.

Probleme mit dem Material und Rechtsstreitigkeiten verzögerten den Bau, es benötigte weitere lange Jahre, ehe "Argos" beziehbar wurde. Das Gebäude ist in erster Linie als Boarding-House konzipiert – mit 21 servicierten Business- und Tourismusappartements. (Walter Müller, 14.2.2020)