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Tesla hat eine Rückrufaktion für knapp 18.000 Fahrzeuge des E-SUVs Model X gestartet. Bereits gestern wurden Kunden aus den USA und Kanada per E-Mail über die freiwillige Rückholaktion informiert. Heute morgen wurde bekannt, dass auch mehr als 3.000 Fahrzeuge in China betroffen sind.

Schrauben halten kaltem Klima nicht stand

Die Aktion gilt für im Model X verbaute Schrauben, die bei kalten Klimabedingungen rosten könnten. Die Korrosion der Schrauben könnte zum Ausfall der Servolenkung führen, was während der Fahrt für Unfallgefahr sorgt, so die Befürchtung von Tesla. Deswegen will der Autokonzern die betroffenen Fahrzeuge vorsorglich umrüsten. Bereits vor zwei Jahren waren 123.000 Fahrzeuge des Typs Model S von ähnlichen Problemen betroffen.

Tesla hält die Anleger auf Trab

Zuletzt befand sich Tesla auf dem aufsteigenden Ast. Der Autobauer ist seiner Konkurrenz bei der Produktion und Technologie von Elektroautos inzwischen meilenweit voraus. Anfang des Jahres wurde beim Unternehmenswert die 100-Milliarden-Dollar Marke geknackt, seitdem hat sich der Börsenkurs beinahe verdoppelt.

Ohne Abgase, dafür im Aufwind: Tesla ist Weltmarktführer bei den E-Autos.
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CEO Elon Musk schafft es jedoch weiterhin, seine Anleger mit Verwirrspielen auf Trab zu halten. Aufgrund der positiven Geschäftszahlen des letzten Jahres kündigte der gebürtige Südafrikaner vor zwei Wochen an, Tesla benötige kein zusätzliches Kapital mehr. Heute kam die Kehrtwende: Der Konzern will mit der Ausgabe neuer Aktien sein Kapital um zwei Milliarden Dollar erhöhen. Damit will Tesla den hohen Aktienkurs ausnutzen.

Nächster Akt im Kapitel Musk gegen Börsenaufsicht?

Tesla ist zudem erneut ins Visier der US-Börsenaufsicht SEC geraten, wie dem Geschäftsbericht zu entnehmen ist. Demnach erhielt der Konzern am 4. Dezember eine Vorladung ("subpoena"): Die SEC verlangte Einsicht in "spezielle Finanzdaten". Weder die Behörde noch Tesla wollten in einer ersten Reaktion nähere Auskünfte geben. US-Zeitungen spekulierten jedoch, dass die Untersuchung weite Kreise ziehen könnte.

Darf nur noch unter Aufsicht twittern: Tesla-Gründer Elon Musk.
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Gründer Elon Musk ist bei der SEC ein altbekanntes Gesicht. Die Behörde nahm die Finanz-Tweets des Tech-Milliardärs vor zwei Jahren als Anlass zur Klage. Seitdem darf Musk nur noch unter Aufsicht eines in Wertpapierfragen erfahrenen Anwalts twittern. (APA, red, 14.02.2020)