Warnhinweise im vietnamesischen Son Loi.

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Im chinesischen Taiyuan schützt sich ein Taxifahrer mit einer Plastikfolie vor dem Virus.

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Arbeiterinnen in Suining beim Mittagessen auf dem Fabriksdach. Trennwände und gute Belüftung sollen Ansteckungen verhindern.

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Peking – Erstmals ist ein an dem Coronavirus erkrankter Mensch in Europa gestorben. Der chinesische Tourist sei in einer Pariser Klinik der Krankheit erlegen, teilte die französische Gesundheitsministerin Agnes Buzyn am Samstag mit. Bei dem Mann handelte es sich demnach um einen 80-Jährigen aus der schwer betroffenen zentralchinesischen Provinz Hubei, in der auch Wuhan liegt.

Der Tourist war Anfang Februar auf die Intensivstation des Krankenhauses Bichat in der französischen Hauptstadt gebracht worden. Sie sei gestern über den Tod des Mannes informiert worden, sagte Buzyn. Der Patient sei mehrere Tage in kritischem Zustand gewesen.

Steigende Zahlen

Die Zahl der bestätigten Infektionen und Todesfälle durch das Coronavirus in China nimmt stetig zu. Wie Chinas Gesundheitskommission am Samstag mitteilte, wurden landesweit 143 neue Todesfälle bestätigt. Damit sind nun nach offiziellen Angaben 1.523 Opfer auf dem chinesischen Festland bestätigt worden.

Die Zahl der neu nachgewiesenen Erkrankungen stieg dort um 2.641 auf 66.492 Fälle. Außerhalb des chinesischen Festlands sind im Rest der Welt bisher etwa 600 Erkrankungen bestätigt.

DER STANDARD

Quarantäne für Heimkehrer

Chinas Hauptstadt Peking verschärfte am Freitag die Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung der Krankheit. Menschen, die nach Peking zurückkehren, sollen sich nun für 14 Tage entweder zu Hause oder in speziellen Zentren unter Quarantäne stellen, wie es in einer behördlichen Mitteilung hieß. Es wurden rechtliche Konsequenzen für diejenigen angedroht, die sich nicht an die Vorgabe halten. Wie die Isolation durchgesetzt werden soll, wurde zunächst nicht erklärt.

Chinas Banken stellen nun auch alte Geldscheine unter Quarantäne: Wie der Vize-Chef der Zentralbank, Fan Yifei, am Samstag mitteilte, desinfizieren die Banken derzeit alle gebrauchten Banknoten, versiegeln sie dann und lagern sie für sieben bis 14 Tage ein – je nach der Schwere des Ausbruchs in der jeweiligen Provinz.

Unterdessen hat das neuartige Coronavirus mit Ägypten auch das erste Land Afrikas erreicht. Das ägyptische Gesundheitsministerium teilte am Freitagabend in Kairo mit, betroffen sei eine ausländische Person. Zur Nationalität machte das Ministerium keine weiteren Angaben. Unklar blieb auch, aus welchem Land die Person nach Ägypten gereist war. Der Patient zeige keine Krankheitssymptome und werde auf einer Isolierstation behandelt. Bei ihren Kontaktpersonen seien Tests negativ ausgefallen.

Schutzanzügen und Atemmasken werden knapp

Unter den Opfern des Virus sind zunehmend Ärzte und Pfleger, denen die richtige Schutzausrüstung fehlt. Trotzdem habe China die Epidemie "im Großen und Ganzen unter Kontrolle", sagte der chinesische Außenminister Wang Yi am Freitag.

Mehr als 1.700 Mediziner seien an der Atemwegserkrankung Covid-19 erkrankt, teilte der Vize-Chef der staatlichen Gesundheitskommission, Zeng Yixin, am Freitag mit. Sechs von ihnen seien gestorben. Zeng hob die großen Risiken hervor, denen Ärzte und Krankenpfleger angesichts der Engpässe bei Schutzanzügen und Atemmasken ausgesetzt seien. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen schickte am Freitag spezielle medizinische Schutzausrüstung in ein Krankenhaus nach Wuhan.

Die Zahlen zum betroffenen medizinischen Personal wurden genau eine Woche, nachdem der junge Augenarzt Li Wenliang an dem Erreger gestorben war, veröffentlicht. Li hatte als einer der ersten vor dem Virus gewarnt. Nach seiner Schilderung versuchte die Polizei jedoch, ihn mundtot zu machen. Sein Tod löste in chinesischen Onlinediensten große Bestürzung aus, vielfach wurde der Ruf nach Meinungsfreiheit laut.

Lufthansa stoppt Chinaflüge

Angesichts der Entwicklungen setzt die Lufthansa alle Flüge zum chinesischen Festland bis zum Ende des Winterflugplans am 28. März aus. Bis dahin werden nun die Flüge von Lufthansa sowie der Lufthansa-Gesellschaften Swiss und Austrian Airlines von und nach Peking und Schanghai gestrichen, wie das Unternehmen mitteilte. 70 Airlines haben ihre Flüge von und nach China eingestellt; weitere 50 Fluggesellschaften reduzierten ihren Flugverkehr in die und aus der Volksrepublik.

Russin floh aus Quarantäne

In Russland muss sich eine 32-jährige Frau vor Gericht verantworten, weil sie aus einer Coronavirus-Quarantänestation geflohen ist. Sie hatte sich zuvor via Instagram beschwert, dass das Essen auf der Station schlecht sei. Um zu entkommen habe die Physikstudentin das elektromagnetische Türschloss kurzgeschlossen, sagte sie später gegenüber der "Moscow Times". Der Chef des Krankenhauses in St. Petersburg habe Klage gegen Alla Iljina eingereicht, teilte das zuständige Gericht am Freitag mit.

Alla Iljina plant ihre Flucht.
The Moscow Times

Iljina war am 1. Februar mit dem Flugzeug von der chinesischen Urlauberinsel Hainan zurückgekommen. In der Quarantäne wurde sie dreimal mit negativem Ergebnis auf eine Infektion mit dem Coronavirus untersucht.

Tomohon verbietet Fledermausverkauf

Aus Sorge vor dem Coronavirus Sars-CoV-2 hat eine indonesische Stadt den Verkauf von Ratten, Schlangen, Fledermäusen und Affen gestoppt. Der Markt in Tomohon auf Sulawesi ist dafür bekannt, dass dort solche Tiere zum Verzehr angeboten werden. Es wurde ein Team losgeschickt, das das Verbot bekanntmachen soll, wie der Chef der lokalen Gesundheitsbehörde, Isye Liuw, am Freitag sagte. (red, APA, AFP, 14.2.2020)