Avenatti drohen noch weitere Verfahren in Kalifornien, die zu einer lebenslangen Haft führen könnten: So soll er Vorauszahlungen für das Buch der Pornodarstellerin Stormy Daniels unterschlagen haben. Sie behauptete, 2006 Sex mit US-Präsident Donald Trump gehabt zu haben.

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New York – Der umstrittene US-Staranwalt Michael Avenatti ist wegen versuchter Erpressung des Sportartikelherstellers Nike schuldig gesprochen worden. Ein Geschworenen-Gericht in New York sah es in seiner am Freitag veröffentlichten Entscheidung als erwiesen an, dass er wegen eines vermeintlichen Skandals in US-College- und Highschool-Ligen bis zu 25 Millionen Dollar (23 Millionen Euro) erpressen wollte.

Die Anwälte des in der Schweigegeldaffäre um Donald Trump berühmt gewordenen 48-Jährigen hatten auf Freispruch plädiert. Sie sagten, sein Vorgehen habe lediglich einer "ehrlichen Verhandlung" für seinen Mandanten entsprochen – einem Basketballtrainer, der behauptet hatte, Nike hätte zu Unrecht Geld an Amateur-Sportler gezahlt.

Weitere Klagen in Kalifornien

Bei der für den 17. Juni geplanten Bekanntgabe des Strafmaßes droht Avenatti jahrzehntelange Haft. Noch offen sind außerdem weitere Klagen in Kalifornien, bei denen ihm ebenfalls Haftstrafen bis ans Lebensende drohen. Dort wird ihm beispielsweise Betrug angelastet, unter anderem soll er die Vorauszahlungen für das Buch der Pornodarstellerin Stormy Daniels unterschlagen haben.

Der Anwalt hatte sich einen Namen gemacht, als er Daniels gegen den US-Präsidenten vertrat. Daniels sagt, sie habe 2006 Sex mit dem heutigen Präsidenten gehabt, was dieser verneint. Trumps langjähriger Anwalt Michael Cohen zahlte Schweigegeld an Daniels und eine weitere Frau, um im Wahlkampf Schaden von dem Republikaner abzuwenden. Daniels hat sich inzwischen von Avenatti abgewendet. (APA, 14.2.2020)