Das Ride-Sharing-Unternehmen ist mit Gesundheitsbehörden in Kontakt

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In London ist diese Woche das Coronavirus zum ersten Mal diagnostiziert worden. Wie The Guardian berichtet, fuhr die in London lebende, chinesische Staatsbürgerin jedoch nicht mit dem Rettungswagen oder privaten Auto zum Krankenhaus, sondern bestellte sich ein Uber.

Das Lewisham-Krankenhaus berichtete, dass die Patientin den offiziellen Ratschlägen der Gesundheitsbehörden nicht gefolgt war und ihre Ankunft und etwaige Symptome nicht vorab gemeldet hatte. Die Aufnahme konnte daher nicht ausreichend vorbereitet werden. Zwei Angestellte des Krankenhauses befinden sich nun Zuhause in Isolation.

Uber-Fahrer temporär gesperrt

Auch die beliebte Ride-Sharing-App Uber setzte Sicherheitsmaßnahmen, um das Risiko einer Ausbreitung zu minimieren. Eines Berichts von Mashable zufolge, wurde Uber umgehend nach der positiven Diagnose von den Gesundheitsbehörden in England kontaktiert. "Aus Vorsicht haben wir das Konto des Fahrers, der die Person ins Krankenhaus gebracht hat, vorübergehend gesperrt", sagte ein Uber-Sprecher in einer Stellungnahme.

Es bestehe für den Uber-Fahrer laut englischer Gesundheitsbehörde kaum eine Chance, sich mit dem Virus infiziert zu haben, da die Fahrt kürzer als 15 Minuten dauerte und er somit keinen engen Kontakt mit der Frau hatte. "Enger und anhaltender Kontakt" müsse laut Definition mindestens 15 Minuten lang und innerhalb eines Radius von zwei Metern stattfinden, so das Gesundheitsministerium.

240 Accounts in Mexico City betroffen – schnelle Kommunikation ausschlaggebend

Während in diesem Fall lediglich ein Fahrer von der Sicherheitsvorkehrung des Transportunternehmens und temporären Sperre betroffen ist, zog eine ähnliche Situation in Mexico City weitaus gröbere Konsequenzen mit sich. In der mexikanischen Hauptstadt wurden 240 Uber-Passagierkonten sowie zwei Fahrerkonten für zwei Wochen gesperrt, nachdem ein Coronavirus-Patient am 20. und 21. Jänner mindestens zweimal eine Uber-Fahrt angetreten hatte, bevor er diagnostiziert wurde.

Grund dafür ist eine weitaus spätere Benachrichtigung des Gesundheitsministeriums über die positive Diagnose. Erst Wochen nach den Fahrten des Erkrankten wurden jene hunderte Passagiere, die ebenfalls in die Fahrzeuge der betroffenen Uber-Fahrer eingestiegen waren, gesperrt, um die Chancen einer Ausbreitung zu minimieren.

In einer Erklärung gab Uber bekannt, dass es eine Online-Plattform für Gesundheitsbehörden habe, über welches sie "Informationen über Fahrer und Passagiere erhalten können." (hsu, 15.2.2020)