Bisher hat sich Apple beharrlich dagegen verwehrt, nun soll es Realität werden: Die Möglichkeit andere Apps als jene von Apple zur Default-Wahl zu machen.

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Es ist eine oft geäußerte Kritik an iOS: Beim iPhone-Betriebssystem ist es unmöglich andere Apps als jene von Apple selbst als Default-Wahl einzustellen. Die Konsequenz: Wer beispielsweise auf einen Link in einer E-Mail klickt, landet unweigerlich im Safari – egal welchen Browser er selbst bevorzugt. Nun denkt das Unternehmen aber angeblich über einen Abgang von dieser Vorschrift nach.

Ausblick

Mit dem kommenden iOS 14 soll es endlich möglich werden, andere Apps als jene von Apple als Default-Wahl festzulegen, berichtet Bloomberg. So könnte dann etwa Outlook automatisch für Mails zum Einsatz kommen, während Firefox beim Aufrufen von Links gestartet wird. Parallel dazu soll auch der smarte Lautsprecher von Apple, Homepod, für andere Streaming-Dienste geöffnet werden – konkret Spotify.

Hintergrund

Vollkommen freiwillig dürfte das Umdenken bei Apple allerdings nicht erfolgen. Immerhin sah sich das Unternehmen zuletzt zunehmend mit dem wachsamen Auge von Regulatoren konfrontiert. So war etwa vor einigen Monaten zu hören, dass die EU eine kartellrechtliche Untersuchung gegen Apple erwägt. Auslöser dafür war eine Beschwerde von Spotify, in der Apple vorgeworfen wird, sich über iOS einen unfairen Vorteil zu verschaffen. Und in den USA haben erst unlängst einige Firmen bei einer Anhörung vor dem Kongress ähnliche Vorwürfe gegen Apple erhoben.

Umdenken

Ein solcher Schritt wäre jedenfalls ein klarer Bruch mit der bisherigen Argumentation von Apple. Das Unternehmen beharrte bisher darauf, dass die Vorinstallation von dutzenden eigenen Apps und die Möglichkeit, nur diese als Default zu nutzen, im Sinne der Nutzererfahrung sei – und dies dem Mitbewerb ohnehin nicht schade. (red, 20.02.2020)