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Von Smartphones sind wir es gewohnt, dass die Geräte rund um die Uhr eingeschaltet sind. Das Mobiltelefon am Ende des Tages komplett abzudrehen und am nächsten Tag in der Früh wieder einzuschalten widerspricht der heutigen Intention für solche Geräte – ständige Erreichbarkeit und Verfügbarkeit. Dafür sind die Smartphones auch konzipiert. Laptops sind anders ausgelegt, sie haben unterschiedliche Ruhemodi – aber was passiert in den verschiedenen Phasen, und für welche Situationen sind sie jeweils geeignet?

Windows-Laptops

Bei Yahoo Tech hat man sich die Unterschiede zwischen Ruhezustand, Standbymodus und dem tatsächlichen Herunterfahren genauer angesehen. Beim Schließen eines Laptops wird in vielen Fällen der Standbymodus aktiviert. In dieser Phase wird weniger Strom verbraucht, und er ist sofort wieder einsatzbereit, wenn man weiterarbeiten möchte. Neigt sich die Akkuladung dem Ende zu, werden Dateien laut Microsoft automatisch gespeichert, und Windows fährt den Laptop herunter. Der Standbymodus eignet sich also eher dafür, wenn man eine eher kurze Pause einlegt und bald wieder weitermachen möchte.

Im Ruhezustand wird noch weniger Energie verbraucht als im Standbymodus. Das sorgt dafür, dass der Akku im Ruhezustand länger hält, allerdings ist der Laptop beim Reaktivieren auch etwas langsamer als im Standbymodus. Der Modus eignet sich für Situationen, in denen man das Gerät etwas längere Zeit nicht verwendet, den Akku währenddessen aber nicht aufladen kann. Microsoft weist allerdings darauf hin, dass nicht alle Computer über die Option Ruhezustand verfügen. Windows-Nutzer können selbst entscheiden, wie sich ihr Laptop beim Zuklappen oder Drücken des Netzschalters verhält. Eine entsprechende Anleitung findet man auf der Support-Seite von Microsoft.

Verhalten bei Macbooks

Bei Apple funktioniert das Ganze etwas anders. Macbooks werden normalerweise automatisch in den Ruhezustand versetzt, wenn man den Deckel schließt. Apple empfiehlt den Ruhezustand bei einem kurzen Leerlauf, um die Laufzeit des Akkus zu erhöhen. Laut Apple effektiver als der Ruhezustand ist der Mac-Standbymodus. Dieser kann auf Computern aktiviert werden, die von einem internen SSD-Laufwerk gestartet werden. Modelle, die nach 2013 hergestellt werden, wechseln nach drei Stunden im Ruhezustand automatisch in den Standbymodus. Ältere Modelle schon nach einer Stunde. Dabei wird der Status der Sitzung im Flash-Speicher gesichert und danach der Stromversorgung bestimmter Hardwarekomponenten ausgeschaltet. Im Standbymodus kann ein voll aufgeladenes Macbook laut Apple bis zu 30 Tage verbleiben.

Im sogenannten Power-Nap-Modus kann ein Mac den Ruhezustand ab und zu unterbrechen, um im Hintergrund verschiedene Aufgaben zu erledigen. Dazu gehören etwa das Einspielen von Updates oder das Abrufen von Mails. Nicht benötigte Hardware wird abgeschaltet. Sind die Aktionen durchgeführt, wird wieder in den normalen Ruhemodus geschaltet. Power Nap kann auch deaktiviert werden.

Unter Mac OS gibt es zudem noch den sogenannten sicheren Ruhezustand. Dieser wird aktiviert, wenn der Akku nur mehr einen sehr geringen Ladestand aufweist. Dabei wird der Speicherinhalt in das Startvolume kopiert und der Computer ausgeschaltet. Der sichere Ruhezustand kann durch Drücken des Ein-/Ausschalters beendet werden. Weitere Informationen zu den verschiedenen Ruhezuständen für Macs findet man auf den Support-Seiten von Apple.

Laptops komplett herunterfahren

Wird der Laptop komplett heruntergefahren, werden sämtliche Anwendungen beendet und müssen nach dem nächsten Hochfahren wieder neu geöffnet werden. Bei vielen moderneren Windows-Laptops und Macbooks gibt es die Möglichkeit, dass sich der Computer merkt, welche Programme zuletzt geöffnet waren – und kann diese automatisch nach dem Starten sofort öffnen. Das Hochfahren dauert länger, als den Computer nur aus dem Ruhezustand oder dem Standbymodus zurückzuholen.

Bei Laptops, die täglich verwendet werden, reicht es demnach, das Gerät einfach in einen Ruhemodus zu versetzen – etwa durch Schließen des Deckels. Dann können im Hintergrund immer noch wichtige Aktionen durchgeführt werden, der Akku wird geschont, und das Gerät steht rasch wieder zur Nutzung bereit. Komplett ausschalten sollte man einen Computer vor allem dann, wenn man ihn nur unregelmäßig und über längere Zeiträume nicht verwendet. Bei Updates ist gelegentlich ein Neustart erforderlich. (br, 21.2.2020)