US-Außenminister Mike Pompeo (re.), im Bild mit dem afghanischen Präsidenten Ashraf Ghani, berichtet von einer Einigung mit den Taliban.
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Kabul – Die USA haben sich mit den militant-islamistischen Taliban auf eine Verringerung der Gewalt in Afghanistan geeinigt. "Nach Jahrzehnten des Konflikts haben wir uns mit den Taliban auf eine signifikante Reduzierung der Gewalt geeinigt", teilte US-Außenminister Mike Pompeo am Freitag auf Twitter mit.

Das sei ein wichtiger Schritt auf einem langen Weg zu Frieden, und er rufe alle Afghanen dazu auf, diese Möglichkeit zu nutzen, schrieb Pompeo weiter. Ein Vertreter der afghanischen Regierung erklärte am Freitag, es sei eine siebentägige Gewaltreduzierung vereinbart worden, die zu Mitternacht beginnen solle.

Auch der Nationale Sicherheitsrat Afghanistans teilte mit, dass sich die Konfliktparteien vom 22. Februar an mit Waffengewalt eine Woche lang deutlich zurückhalten wollten.

Wege zu Frieden

Eine Reduzierung der Gewalt in Afghanistan galt zuletzt als Forderung der USA, um ein USA-Taliban-Abkommen über Wege zu Frieden zu unterzeichnen. Weitere Details, ab wann die Gewaltverringerung in Kraft treten solle oder wie diese genau aussehen würde, gab Pompeo nicht bekannt.

Ein USA-Taliban-Abkommen soll einen Zeitplan für den Abzug von US-Truppen sowie Garantien der Taliban beinhalten, dass Afghanistan kein Rückzugsort für Terroristen wird. Es soll zudem innerafghanische Verhandlungen, die eigentlichen Friedensgespräche, einleiten, in denen es um eine Neuverteilung der politischen Macht im Land geht.

Friedensabkommen für 29. Februar geplant

Die USA bereiten sich auf die Unterzeichnung eines Friedensabkommens mit den radikalislamischen Taliban am 29. Februar vor. Voraussetzung sei, dass die vereinbarte Reduzierung der Gewalt in Afghanistan "erfolgreich umgesetzt" werde, erklärte Pompeo am Freitag nach einem Besuch in Saudi-Arabien. Auch Taliban-Sprecher Zabihullah Mujahid erklärte am Freitag, das Abkommen werde am 29. Februar feierlich unterzeichnet. (APA, 21.2.2020)