Die Produktübersicht der Präsentation.

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Nach Xiaomi und Sony hat nun auch Huawei gezeigt, was man ursprünglich im Rahmen des Mobile World Congress präsentieren wollte. Mit einer voraufgezeichneten Onlinevorstellung stellte man eine Reihe verschiedener Geräte vor. Allen voran ein neues Falthandy und eine Alternative zu Apples iPad Pro.

Zu Beginn gab man bekannt, dass der Huawei-Konzern nach wie vor starke Zahlen schreibe und nach wie vor viel Geld in Forschung investiert. Zudem rechnet man heuer mit einer deutlichen Steigerung der Nachfrage nach 5G-Geräten.

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Mate Xs

Den Anfang im Vorstellungsreigen machte das Mate Xs, das dem letztjährigen Faltsmartphone Mate X nachfolgt. Es bietet ein Display, das im ausgeklappten Zustand auf eine Diagonale von acht Zoll kommt. Haltbarkeit soll ein spezielles optisches Polyamid-Material gewährleisten, das wertvoller als Gold sein soll. Das Scharnier wurde verstärkt.

Unter der Haube werkt ein Kirin 990-Chip, der den Kirin 980 aus 2019 nicht nur in Sachen Performance und Energieeffizienz entthronen soll, sondern auch gleich ein integriertes 5G-Modem mitbringt. Huawei verspricht, dass er in Sachen 5G-Performance und KI-Leistung Qualcomms Snapdragon 865 übertrifft. Es werden acht Frequenzen des neuen Mobilfunkstandards unterstützt.

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Weiter kein Play Store

Der Akku des Handys unterstützt Schnellaufladung mit einer Leistung von bis zu 55 Watt. Binnen 30 Minuten kann er demnach von 0 auf 85 Prozent aufgeladen werden.

Als Betriebssystem dient EMUI 10 auf Basis von Android 10. Es gibt einen systemübergreifenden Darkmode und ein neues Fenstersystem, das Drag-and-Drop ermöglicht. Auf Zugang zum Play Store muss man aufgrund des US-Embargos weiter verzichten und stattdessen mit Huaweis App Gallery Vorlieb nehmen.

Auch in Österreich

Ein Schnäppchen wird das Mate Xs allerdings nicht werden. Das Gerät kommt im März um 2.500 Euro auf den Markt. Nach Österreich soll es dann auch irgendwann kommen, wie Huawei versichert. Einen offiziellen Termin gibt es dafür aber noch nicht, dieser soll "demnächst" bekanntgegeben werden.

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Matepad Pro 5G

Das Matepad Pro, Huaweis Alternative zu Apples iPad Pro, erreicht nun auch den internationalen Markt und bekommt dazu auch die schon 2019 versprochene 5G-taugliche Ausgabe, Hier dabei sind ein 10,8-Zoll-Bildschirm mit 2.560 x 1.600 Pixel mit Stiftunterstützung. Der optionale "Pen" beherrscht 4096 Druckstufen.

Als Rechenherz fungiert einmal mehr der Kirin 990 5G. Dazu gibt es Quickcharge mit 40 Watt sowie drahtloses Laden mit bis zu 27 Watt. Auch Reverse Wireless Charging wird unterstützt. Hinzu gesellt sich ein für das Tablet optimiertes Interface mit Features wie "App Multiplier", der es erlaubt, mehrere Instanzen einer App nebeneinander auszuführen. Die Schnittstelle Open UI-Kit soll es Entwicklern erleichtern, ihre Programme für das Tablet umzusetzen.

An den Start geht das Gerät im April, je nach Ausführung ab 549 Euro für die reine WLAN-Ausgabe bzw. ab 599 Euro für die LTE-Version. Wer 5G-Support wünscht, zahlt je nach Speicherausstattung zumindest 799 Euro.

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Neue Matebooks

Auch frische Laptops gab es zu sehen. Das Matebook X Pro kommt nun mit Intel-CPU der zehnten Generation. Das Touchdisplay bietet eine Auflösung von 3000 x 2000 Pixel und erreicht 100% sRGB Farbgamut. Das System lässt sich mit einem Fingerabdruckscanner mit eigenem Sicherheitschip sichern. Je nach Ausstattung sind die Geräte ab 1.499 Euro zu haben.

Wer es günstiger will, findet in der Matebook D-Reihe Alternativen. Diese erben nun auch den Fingerabdruckscanner und werden auf Intels aktuellste Prozessorreihe upgegradet. Alternativ bietet man sie auch mit AMDs Ryzen 7-Mobilvariante an. Den Verkaufspreis beziffert Huawei ab 649 Euro. Auf den Laptops läuft Windows 10, Office 365 ist mit im Paket.

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Wifi 6+

Zu guter Letzt verspricht Huawei auch, mehr Performance aus dem neuen WLAN-Standard 802.11ax, vulgo Wifi 6, zu holen. Die eigene Implementation, "Wifi 6+", soll eine Übertragungsrate von bis zu 2.400 Mbps in 5-GHz-Netzen erreichen können. Einen passenden Router präsentierte man mit dem Modell Ax3. Mit dem 5G CPE Pro 2 hat man außerdem einen neuen 5G-Router im Programm.

Unter Druck

Huawei steht seit Mai 2019 auf einer schwarzen Liste der Regierung Trump. Damit dürfen US-Unternehmen nur mit starken Einschränkungen Geschäftsbeziehungen zu dem chinesischen Konzern unterhalten. Für die meisten Smartphone-Modelle von Huawei läuft derzeit noch eine Art Schonfrist, in der der Android-Entwickler Google zumindest teilweise kooperieren kann. Für die neuen Huawei-Smartphones, die nach dem Mai auf den Markt gekommen sind, bleibt der Zugang zu wichtigen Google-Diensten allerdings versagt. Dazu gehörten die Google Mobile Services, Apps wie Youtube und Maps sowie die Play-Store-Infrastruktur zum Herunterladen von Anwendungen.

Google-Warnung

Von dem Boykott betroffen sind die neuen Spitzenmodelle, das Mate 30 und das Mate 30 Pro. Besitzer dieser Geräte können zwar auf eigene Faust mit Hilfe des sogenannten Sideload die fehlenden Apps auf ihr Gerät installieren. Allerdings warnte Google am Wochenende ausdrücklich vor diesem Verfahren. Beim Sideload wird der offizielle Play Store umgangen und die Anwendungen mit Hilfe einer APK-Datei direkt installiert. Google betonte, eine Sideload gefährde die Sicherheit des Smartphones. (gpi, APA, 24.02.2020)