Die Boeing-737-MAX hat sei Juli 2019 weltweit Flugverbot.

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Ottawa/Chicago/Wien – Der US-Flugzeugbauer Boeing hat sich jüngst für eine verpflichtende Simulatorausbildung für Piloten vor der Wiederaufnahme der 737 MAX in den Flugbetrieb ausgesprochen. Die Ankündigung sei "eine große Erleichterung" für Transport Canada, sagte David Turnbull, Direktor von Kanadas Flugregulierungsbehörde, bei einer Anhörung des Regierungsausschusses in Ottawa zur Flugzeugzertifizierung am Dienstag.

Transport Canada gehört zu einer Kerngruppe von Regulierern, die bewerten, unter welchen Voraussetzungen die 737 MAX nach einem fast einjährigen globalen Flugverbot wieder abheben darf. Der kanadische Verkehrsminister Marc Garneau tendierte seit langem zu einer obligatorischen Simulatorschulung für kanadische 737 MAX-Betreiber. Mindestanforderungen an die Ausbildung seien neben akzeptablen Pilotenbelastungen der Schlüssel für die Rückkehr des Flugzeugs in den Flugbetrieb, sagte Nicholas Robinson, Leiter der Zivilluftfahrt von Transport Canada, bei der Anhörung. Boeing hatte zuvor nur eine computergestützte Ausbildung vorgesehen.

Kanada will unabhängige Bewertung des Stabilisierungssystems

Kanada akzeptierte die Zertifizierung des 737 MAX der US-Flugregulierungsbehörde (FAA) vom März 2017 im Rahmen einer gegenseitigen Vereinbarung, in der solche Genehmigungen von der FAA von Transport Canada und der European Union Aviation Safety Agency (EASA) geregelt werdent. Dennoch hat Kanada angekündigt, eigene Flugtests vorzunehmen sowie eine unabhängige Bewertung zu Boeings Update des Stabilisierungssystems – bekannt als Maneuvering Characteristics Augmentation System (MCAS) – durchzuführen. Ein Fehler im MCAS wird mit den beiden Abstürzen in Verbindung gebracht, die zum weltweiten Flugverbot des Modells geführt hatte.

Zwei Boeing-737 MAX-Maschinen waren innerhalb weniger Monate in Äthiopien und Indonesien abgestürzt und hatten 346 Menschen mit in den Tod gerissen. Boeing hat die Produktion vorübergehend eingestellt. (APA, 26.2.2020)