Losowa, Ukraine, August 2008: So sieht es aus, wenn ein Munitionsdepot explodiert.

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Genf – Wegen der Räumung eines unterirdischen Munitionslagers aus dem Zweiten Weltkrieg müssen 170 Bewohner des Schweizer Dorfes Mitholz womöglich für mindestens zehn Jahre wegziehen. Das Schweizer Verteidigungsministerium eröffnete den im Ort ansässigen Menschen in dieser Woche, das Risiko durch die Munition sei nicht mehr tragbar und eine längere, vollständige Evakuierung des Dorfes die beste Lösung.

Bereits 1947 war die Hälfte des in dem Schacht gelagerten Arsenals explodiert, neun Menschen kamen ums Leben. Die Gefahr einer weiteren Explosion in dem Lager sei jahrzehntelang unterschätzt worden, teilte das Ministerium nun mit. In dem ehemaligen Bahnstollen in Mitholz im Kanton Bern lagern dem Ministerium zufolge immer noch 3.500 Tonnen Munition. Das Depot ist teilweise eingestürzt, ein Teil der darin gelagerten Waffen ist unter Felsbrocken begraben.

Laut Ministerium müssen Straßen umgeleitet und eine Bahnlinie mit speziellen Schutzvorrichtungen überdacht werden. Die Munition soll im Tagbau geborgen werden, dafür muss Gestein abgetragen werden, was laut Oberst Hanspeter Aellig sieben bis acht Jahre dauern wird.

Je nach Fortschritt der Arbeiten könne die notwendige Evakuierung des Ortes sogar mehr als ein Jahrzehnt andauern. Die gelagerten Explosivstoffe könnten frühestens 2031 aus dem Schacht geholt werden. (red, APA, AFP, 26.2.2020)