Augen zu und durch: Trump und der Kampf gegen "Carona".

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Eine gemeinsame Militärübung mit Südkorea wurde abgesagt, das US-Außenministerium mahnt Reisende in Italien zu erhöhter Vorsicht – Panik, dass sich das derzeit in Europa grassierende Coronavirus auch in den USA verbreiten könnte, ist Präsident Donald Trump zufolge trotzdem nicht angebracht. Die wahlkämpfenden Demokraten sowie die Medien trügen Schuld an der Angst vor dem "Caronavirus", schrieb er in einem wütenden Tweet.

Als sei es damit noch nicht genug, hat am Mittwoch hat auch die Bundesbehörde für Seuchenkontrolle und -prävention (CDC) den Zorn des Präsidenten entfacht. Es sei nämlich nicht mehr die Frage, ob, sondern wann das Virus Amerika erreicht, warnte die zuständige CDC-Direktorin Nancy Messonnier. "Wir bitten die amerikanische Bevölkerung, sich darauf vorzubereiten, dass die Lage schlimm wird."

Abgeschreckte Investoren

Für Trump, der die USA hinsichtlich des neuen Virus für "in guter Form" wähnt und im November auf die Wiederwahl hofft, sind derlei Expertenmeinungen schlicht wirtschaftsschädlich: Die Warnungen schreckten Investoren ab und hätten zu den Rückgängen an den Börsen in den vergangenen Tagen beigetragen.

Tatsächlich ist der Kurs des Dow Jones Industrial Average am Montag um mehr als 1.000 Punkte zurückgegangen, am Dienstag noch um 900. Dass Gesundheitsminister Alex Azar schließlich auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz um Beschwichtigung bemüht war, kam für Trump zu spät. Medienberichten zufolge ist man im Weißen Haus unzufrieden mit Azars Management der – offiziell nichtexistenten – Corona-Krise.

2,5 Milliarden Dollar will die US-Regierung dem Kampf gegen die Krankheit Covid-19, die von dem Virus ausgelöst wird, widmen. Zuletzt hatte das CDC die Infektion einer Person in Kalifornien gemeldet, die weder das Land verlassen hatte noch in Kontakt mit anderen Infizierten stand. (flon, 27.2.2020)