(Das Strandbad in Klagenfurt am Morgen des Aschermittwoch 2020, menschenleer bis auf, am Ende des Steges, zwei ehemalige Beachvolleyball-Nachwuchsspieler in schwarzen Hosen, schwarzen Stiefeln und schwarzen Anoraks mit der Aufschrift "Security".)

Zur Sicherheit auch eine Schutzmaske für den steinernen St. Franziskus.
Foto: Reuters / Marzio Toniolo

DER ERSTE (hüstelt)

DER ZWEITE: Kronk?

DER ERSTE (versonnen lächelnd): Im Gegenteil. Schau. (Er zieht seine Brieftasche aus der Gesäßtasche, entnimmt ihr ein Foto und reicht es dem Zweiten.) Gestan kenneng’leant. Fosching.

DER ZWEITE (betrachtet das Foto): Fesch. Und? Wos gongen aa?

DER ERSTE (glücklich): Noch nit. Oba i man, wead nix dauan.

DER ZWEITE: Und wia haßt?

DER ERSTE: Giovanna.

DER ZWEITE: Giovanna?

DER ERSTE (nickt): Von Mailond. Studentin. Erasmus, waßt eh.

DER ZWEITE (gibt das Foto zurück. Aufs Wasser blickend): Wonnst manst … Dei Lebn …

DER ERSTE (verblüfft): Wos haßt, mei Lebn?

DER ZWEITE: Nix. I sog lei … Corona, waßt eh … Italien …

DER ERSTE: Manst, gfealich?

DER ZWEITE: Naa naa.

DER ERSTE (betrachtet das Foto)

DER ZWEITE (blickt zu ihm, dann wieder aufs Wasser): I tat holt nit …

DER ERSTE (betrachtet das Foto)

(Vorhang)

(Antonio Fian, 28.2.2020)