Cup-Ticker: RB Salzburg vs. LASK, Do., 20.45 Uhr

Salzburg/Linz – Der LASK könnte Salzburg im Halbfinale des ÖFB-Fußball-Cups den nächsten Nackenschlag verpassen. Von der Niederlage gegen die Linzer zum Frühjahresauftakt hat sich der Dominator der vergangenen Jahre noch nicht erholt. Vor dem neuerlichen Aufeinandertreffen mit den Athletikern im Schlager am Donnerstagabend (20.45 Uhr/live ORF1) war in Salzburg Ursachenforschung angesagt. Im Finale trifft der Sieger auf Zweitligist Austria Lustenau. Das Team von Roman Mählich bezwang Wacker Innsbruck 1:0.

Erstes Finale für Linzer seit 1999?

Fünf Pflichtspiele ohne Sieg sind für Salzburger Verhältnisse eine sportliche Ewigkeit. Dreimal gingen die "Roten Bullen" dabei als Verlierer vom Spielfeld. "Wann können wir endlich aus diesem Albtraum erwachen?", stand nach der jüngsten Niederlage in Altach im offiziellen Spielbericht auf der Klub-Homepage. Gegen einen taumelnden Titelverteidiger zieht der LASK aus, sich wieder als Salzburg-Schreck zu präsentieren – und erstmals seit 1999 ins Cup-Finale vorzustoßen.

Die LASK-Spieler lieferten zuletzt wie am Schnürchen.
Foto: APA/EXPA/REINHARD EISENBAUER

"Wir stehen vor der letzten Hürde zum Finale. Unsere Motivation, den Aufstieg zu schaffen, ist riesengroß", sagte Valerien Ismael. Der Chefcoach der Linzer warnte aber. "Wir lassen uns nicht von den letzten Ergebnissen unseres Gegners blenden. Wir haben im direkten Duell im Februar gesehen, wie brutal stark Salzburg vor allem in den ersten 20 Minuten des Spiels agiert hat", erinnerte der Franzose an den 14. Februar. Das 3:2 seines Teams in der Red-Bull-Arena beendete die stolze Heimserie der Salzburger in der Liga (53 Spiele ungeschlagen).

LASK 2020 noch ungeschlagen

Seither haben die Mozartstädter nicht mehr in die Spur gefunden. Die Wochen danach verliefen höchst unterschiedlich für die Kontrahenten. Der LASK ist 2020 nicht nur ungeschlagen, sondern durfte Historisches bejubeln. In der Europa League gelang über Alkmaar hinweg der Sprung ins Achtelfinale.

Salzburgs Frühjahr prägen bisher Rückschläge. Vor allem defensiv präsentierte man sich anfällig. 1:4 in Frankfurt, 2:2 bei der Austria, 2:2 im Rückspiel gegen Frankfurt und 2:3 in Altach lauten die Ergebnisse. Zwei Gegentreffer waren Minimum pro Partie. Der LASK kassierte gegen Alkmaar, St. Pölten und Hartberg in Summe nur drei Tore.

"Herausforderung" für Salzburger

Salzburg-Trainer Jesse Marsch wusste: "In unserer Lage brauchen wir ein Ergebnis." Der US-Amerikaner berichtete von guten Gesprächen mit seiner Mannschaft in den vergangenen Tagen. "Der LASK ist ein guter Gegner für uns jetzt, ein super Test. Wir haben großen Respekt. Wir können es schaffen, aber wir brauchen unsere beste Leistung", sagte er. Die Bestleistung habe seine Elf freilich im Frühjahr noch nicht gezeigt. Marsch: "Es ist jetzt eine Herausforderung. Ich denke, dass die Mannschaft die Situation versteht. Es ist Zeit für uns, unser Glück zu erzwingen."

Am Tag vor der Partie wollte Marsch das Wort Krise nicht in den Mund nehmen. Auch Andreas Ulmer zitierte Fußballweisheiten. "Jede Saison gibt es Phasen, wo es schwieriger ist. Die hat jede Mannschaft. Es ist wichtig, wie wir als Team damit umgehen und uns auf die nächsten Aufgaben fokussieren", betonte der Teamspieler.

Marsch erwartet sich nach den eher mauen Darbietungen der Bullen eine Reaktion.
Foto: REUTERS/Leonhard Foeger

Den Zusammenhalt führte auch Marsch an, wobei der 46-Jährige durchblicken ließ, dass er sich mehr Willen erwartet. "Die Basis für unseren Erfolg war, das wir fleißiger und intensiver als der Gegner waren. Vielleicht haben wir in der Hinsicht ein bisschen nachgelassen. Es ist wichtig, sich immer alles gemeinsam zu erarbeiten."

Comebacks von Wöber, Junuzovic und Trauner

Bei Salzburg werden Maximilian Wöber und Zlatko Junuzovic wieder dabei sein. Das Duo hatte in Altach verletzungsbedingt passen müssen. Beim LASK kehrt Abwehrchef Gernot Trauner nach einer Rückenblessur zurück. Auch die am Wochenende geschonten Marko Raguz, Thomas Goiginger und Reinhold Ranftl dürfen in der Startelf erwartet werden. Salzburg will der LASK über das eingespielte Kollektiv biegen. "Für uns wird es darum gehen, bestimmte Dinge unter Kontrolle zu bekommen sowie extrem konzentriert in jeder Situation zu sein. Dabei müssen wir unsere Torchancen effektiver nützen", meinte Ismael.

9.500 Karten waren bis Mittwochmittag verkauft. Der LASK war zuletzt vor 21 Jahren im Cup im Finale, unterlag damals Sturm Graz im Elfmeterschießen. Salzburg holte seit 2013/14 fünf von sechs Cup-Trophäen, gewann somit 39 von 40 Partien. Nur im Finale 2018 gingen die Akteure von Sturm Graz als Sieger vom Feld. (APA, 4.3.2020)

Technische Daten und mögliche Aufstellungen zum zweiten Halbfinal-Spiel im ÖFB-Fußball-Cup am Donnerstag:

FC Red Bull Salzburg – LASK (Wals-Siezenheim, Red-Bull-Arena, 20.45 Uhr/live ORF 1, SR Schörgenhofer).

Salzburg: Stankovic – Vallci, Onguene, Wöber, Ulmer – Mwepu, Camara, Junuzovic, Szoboszlai – Daka, Hwang

Ersatz: Coronel – Ramalho, Farkas, Ashimeru, Bernede, Okugawa, Koita, Berisha

Es fehlt: Kristensen (Oberschenkel)

LASK: Schlager – Wiesinger, Trauner, Filipovic – Ranftl, Holland, Michorl, Renner – Goiginger, Raguz, Frieser

Ersatz: Gebauer – Ramsebner, Wostry, Haudum, Sabitzer, Klauss, Tetteh

Es fehlt: Potzmann (Kreuzbandriss)

Der Weg ins Halbfinale:

Salzburg: Parndorf 7:1 (a), Rapid 2:1 n.V. (a), Ebreichsdorf 5:0 (a), SKU Amstetten 3:0 (a).

LASK: Vöcklamarkt 6:2 (a), Wiener Viktoria 4:1 (a), Altach 3:1 (h), Sturm Graz 2:0 (h).

Erstes Halbfinale am Mittwoch (18.00 Uhr):

Austria Lustenau – Wacker Innsbruck

Finale am 1. Mai im Klagenfurter Wörthersee-Stadion